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Letzter Zoff vor der Wahl

Gemeinderatssitzung Letzter Zoff vor der Wahl

Wie nicht anders zu erwarten war, sind bei der letzten Sitzung des Hohnhorster Gemeinderates vor der Wahl noch einmal die Fetzen geflogen.

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Die Kontrahenten verabschiedeten sich in der Tradition der vergangenen Jahre – mit gegenseitigen Angriffen und Unterstellungen.

 Erstmals hoch her ging es bei einem eigentlich versöhnlichen Vorstoß zum festgefahrenen Streit um die Ausgleichsmaßnahmen im Wohngebiet Hinter den Höfen. Um die Kuh vom Eis zu bekommen, soll nun ein unabhängiger Planer gemeinsam mit dem Landkreis als Bauaufsichtsbehörde neue Regelungen für das Gebiet festlegen. Dabei hat die Gemeinde aber das letzte Wort, wie Bürgermeister Wolfgang Lehrke betonte. In etwa einem Jahr, so CDU-Ratsherr Cord Lattwesen, sollen die neuen Vorschriften verabschiedet werden.

 Die Kosten für das Planänderungsverfahren soll die Immobilien Development Beteiligungsgesellschaft (IdB) tragen. Dies ist nach Darstellung Lehrkes bereits zugesagt worden, wobei den Bauherren keine Kosten entstehen sollen. Werner Bövers (CDU) störte sich an vermeintlich offenen Punkten, zumal ihm eine schriftliche Zusage zur Kostenübernahme seitens der Sparkasse fehle.

Dem widersprach Lehrke. Es gebe einen städtebaulichen Vertrag und einen Erschließungsvertrag. Ein weiteres Schriftstück wäre Papierverschwendung, was Bövers zähneknirschend hinnahm. Lattwesen munterte ihn auf: „Immerhin hast Du die Verträge gefunden“, sagte der CDU-Ratsherr. Bövers hatte offenbar einst vermisste Papiere aufgetan, was aber nicht weiter erläutert wurde. „Manchmal kommt bei Sitzungen auch etwas heraus“, schob Sven Hasenstab (SPD) schmunzelnd nach, womit sich die Stimmung vorerst wieder ins Positive drehte.

 Anschließend ging es um weitere Details, über die sich Lehrke und Otto Tatge (CDU) in die Haare bekamen. Dies gipfelte in dem Eingeständnis eines Irrtums aufseiten des Bürgermeisters. „Wenigstens ändere ich eine falsche Meinung meinerseits auch“, so Lehrke. „Du hast ja auch die Falscheste“, konterte Tatge.

 „Schwachsinn“, „Quatsch“, „das Allerletzte“, „unmöglich“ – solche Äußerungen waren auch bei den Diskussionen zu anderen Tagesordnungspunkten gang und gäbe. Außerdem bezeichnete Bövers Kritiker als „irgendwelche Leute“, die ihn „anmachen“ wollten, als es um die Sanierung des Schießstanddachs ging (siehe Bericht links). Lehrke habe fünf Jahre lang nichts auf die Reihe bekommen, so Bövers.

 Die Debatte drohte, endgültig aus dem Ruder zu laufen, als sich Lehrke und Bövers mit nebulösen Drohungen konfrontierten. Er, Lehrke, habe Dinge zu Ohren bekommen, die er in der Sitzung lieber nicht vortragen wolle. Darauf Bövers: Das sei auch besser so, sonst werde er seinerseits Sachen auf den Tisch legen, die Lehrke unliebsam wären.

 Noch einige lautstarke Minuten später machte Lehrke von seiner Funktion als Versammlungsleiter Gebrauch und wollte zur Abstimmung kommen. An der Forderung, der Schützenverein solle seine finanzielle Not nachweisen, um Hilfe von der Gemeinde bei der Sanierung zu bekommen, entzündete sich aber gleich der nächste Streit. Auch Lattwesen fand dies übertrieben. Dennoch beschloss der Rat bei Bövers‘ Gegenstimme und vier Enthaltungen von CDU und WGN den Zuschuss inklusive dieser Forderung.

 Bövers wollte den Beschluss anfechten, Hasenstab verteidigte ihn als rechtlich wasserdicht. Er wünschte Bövers viel Erfolg dabei, die Kommunalaufsicht anzurufen. gus

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