Hohnhorst (ems). Sodann servierte Sophie Mensching eindrucksvolle Einblicke in die Dorfgeschichte. „Früher hieß das Heimatkunde“, leitete die Ottensenerin ihr flott verfasstes Referat ein, um „frisch von der Leber weg“ allerlei aus der eigenen Familiengeschichte auszuplaudern. Die „Schumburger Tracht“ prägte demnach das Leben von Mensching, obwohl sie erklärte: „Ich bin 1938 geboren und selber nicht mehr in der traditionellen Tracht aufgewachsen“.
Weil jedoch mit Hinterlassenschaft der Großmutter ein prall gefüllter Kleiderschrank mit Trachten für alle Lebenslagen in ihre Hände gefallen sei, habe sie damit auch „etwas Ordentliches“ anfangen wollen.
So sei es zur Gründung „Dae Aalaester Maikens“ gekommen, wie „die Ottenser Mädchen“ auf Platt heißen. Diese Gruppe habe es sich zur Aufgabe gemacht, noch der Nachwelt aufzuzeigen, was „Trachtenfrauen“ zu welchen Anlässen angezogen haben. Auch die fünf Damen des „Café Martini“ servierten stilvoll in „Arbeitstracht“ mit blauer Schürze.
Den gut 60 Gästen im Gemeindehaus bereiteten die lebhaften Ausführungen der Rednerin ein offensichtliches Vergnügen, auch bei ernsteren Themen, wie arrangierten Ehen. „Schon in der guten alten Zeit waren Eheverträge in wohlhabenden Familien an der Tagesordnung“, führte die Mensching aus und schob nach: „Den handelten jedoch die Eltern aus“. Aber selbst heutzutage gelte bei den Altvorderen auf dem Lande noch das geflügelte Wort: „Liebe vergeht, Hektar besteht“.
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