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Mangel bei Ausgleichsflächen

Obstbäume ohne Chance Mangel bei Ausgleichsflächen

Erneut ist eine Ersatzpflanzung für ein öffentliches Bauvorhaben mangelhaft ausgeführt worden. Es ist im Schaumburger Nordkreis binnen weniger Monate bereits der vierte bekannt gewordene Fall, bei dem der ökologische Ausgleich gar nicht oder nicht im vorgesehenen Umfang erledigt worden ist.

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Rehren. Der neueste Fauxpas geschah am Mittellandkanal bei Rehren.

Ausgleichsmaßnahmen fallen immer dann an, wenn ein Bauvorhaben ökologisch kompensiert werden muss. Gängig sind das Pflanzen von Streuobstwiesen und anderer Bäume, aber auch das Aufwerten von Grünflächen, indem kleine Gewässer angelegt werden. Ziel ist es, die fortschreitende Versiegelung von Grünland und das Verschwinden von Bäumen und Sträuchern aufzuwiegen.

Für ein Bad Nenndorfer Baugebiet und zwei Gewerbegebiete war ein gemeinsamer Öko-Ausgleich geplant gewesen, aber nie realisiert worden, was WGN-Politiker Bernd Zimmermann im vergangenen Sommer öffentlich machte. Im September forderte der Landkreis die Gemeinde Hohnhorst auf, nach 13 Jahren ihrer Pflicht nachzukommen, Ersatz für in der Feldmark gefällte Bäume zu pflanzen. Und kurz darauf wandte sich die Lokale Agenda aus Rodenberg mit dem Hinweis an diese Zeitung, dass am Deisterhang erst nach 17 Jahren eine Ausgleichsmaßnahme für den A2-Ausbau umgesetzt worden ist.

Jetzt hat sich herausgestellt, dass 50 Obstbäume zwecks Ausgleichs von Arbeiten am Mittellandkanal vor etwa einem Jahr nicht ordnungsgemäß angepflanzt wurden. Naturschützer aus Rehren hatten gegen die Maßnahme bereits vor Monaten protestiert und darauf hingewiesen, dass die Bäume an einen Ort gestellt worden sind, der bereits als nahezu perfektes Biotop galt und daher kaum aufzuwerten war.

Nach Informationen dieser Zeitung handelt es sich um eine von einer Benjeshecke umgebene Sukzessionsfläche. Darauf ist fast jeglicher Eingriff untersagt. Auf Nachhaken des Rehreners Karl-Heinrich Meyer räumte der Landkreis Schaumburg nun sogar ein, dass die „Obstbäume in der Mitte der Sukzessionsfläche auf Dauer wohl keine Chance haben“.

Das Wasser- und Schifffahrtsamt, das die Arbeiten am Ufer des Kanals seinerzeit in Auftrag gegeben hatte, sei bereit, die Bäume umzupflanzen. Doch dafür benötigt es geeignete Flächen. Das Fehlen solcher Flächen hatte überhaupt erst dazu geführt, dass die Sukzessionsfläche bepflanzt wurde. Denn die Gemeinden am Kanal hatten es verweigert, dass ihre Feldwege bepflanzt werden. gus

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