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Naturschützer prangern Strauchschnitt an

Hohnhorst Naturschützer prangern Strauchschnitt an

Das Thema Grabenräumung sorgt bei Naturschützern in der Umgebung für Unmut. Der Rehrener Karl-Heinrich Meyer prangert an, dass die Böschungen penibel gemäht werden, und erhält Zustimmung von Gerhard Hurek, der sich seit Jahren einen Namen als Experte für Gewässerschutz gemacht hat.

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Sieht naturbelassen aus, allerdings wünschen sich Ökologen auch Bäume an Grabenufern.

Nenndorf/Hohnhorst. Beide wünschen sich mehr Uferbewuchs.

Meyer ist es ein Dorn im Auge, dass Landwirte beim Mähen beziehungsweise beim Bestellen von Feldern eigentlich einen Streifen neben Flüssen, Bächen und Gräben unberührt lassen müssen. Laut Verordnung für Gewässerunterhaltung dürfen Bäume und Sträucher, die weniger als fünf Meter von Gewässern entfernt stehen, nur mit Zustimmung des Landkreises entfernt werden. Für Landwirte gilt ein Beackerungsstopp ab einem Meter vor der Gewässerkante, zudem darf die Böschung nicht beschädigt werden.

Meyer hat im Hohnhorster Gemeinderat darauf hingewiesen, dass sich Landwirte in der Kommune vielfach nicht an diese Vorgaben halten. Bürgermeister Wolfgang Lehrke kündigte an, dass sich der Umweltausschuss in seiner nächsten Sitzung mit dem Thema befassen soll.

Den Naturschützern geht es um die Wasserqualität. Zwar ist diese Hurek zufolge in der Rodenberger Aue recht gut. Doch auch die Gräben selbst gilt es, zu schützen. Meyer sagte gegenüber dieser Zeitung, dass speziell Erlen helfen, Phosphor und Stickstoff aus dem Wasser zu ziehen. Hurek stimmt zu: Alle Pflanzen, die höher wachsen als Gras, verringern die Schadstoffmengen im Wasser.

Darüber hinaus würde ein Schutzabstand verhindern, dass Dünger direkt in die Gräben gelangt. Hinzu komme, dass Pflanzen den Lichteinfall begrenzen. Und dies führt zum Absenken der Wassertemperatur, was wiederum Flora und Fauna in den Gräben zugutekäme.

Doch den Naturschützern ist bewusst, dass sie bei vielen Landwirten mit ihren Argumenten nicht durchdringen. Diese wollen einerseits ihre Anbaufläche maximieren. Außerdem geht Meyer davon aus, dass ein schneller Abfluss von Niederschlagswasser gerade in regenreichen Zeiten auch ein Anliegen der Landwirte ist. Da stört Uferbewuchs nur. Doch Meyer ist überzeugt, dass ein langsamerer Abfluss einerseits Tieren und Pflanzen in den Gräben helfen und darüber hinaus zu weniger Schadstoffen in der Aue führen würde.

Hurek streicht noch einen anderen Aspekt heraus: Eine fest bewachsene Böschung, auf die keine schweren landwirtschaftlichen Fahrzeuge Druck ausüben, bricht nicht so leicht ab. Und dies wiederum käme auch den Landwirten gelegen. gus

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