Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Hohnhorst Nur wenige Vogelarten bei Rehren
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst Nur wenige Vogelarten bei Rehren
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 28.08.2015
Wegen fehlender Nistmöglichkeiten sitzen die Vögel bei Rehren derzeit auf gepackten Koffern. Quelle: pr.
Rehren/Hohnhorst

Als Kohser im Frühjahr mit ihrer Untersuchung begann, sollte sie die Wegränder ins Visier nehmen und Erkenntnisse dazu liefern, welche Bedeutung Hecken für heimische Vögel haben. Das Projekt sollte auch in die Bachelor-Arbeit der Studentin an der Leibniz-Universität Hannover einfließen (wir berichteten).

 51 Vogelarten hat Kohser bei ihrer mehrmonatigen Arbeit insgesamt entdeckt. Nur 21 davon sind Brutvögel. Karl-Heinrich Meyer, Sprecher der Naturgruppe der Dorfgemeinschaft Rehren, hat prompt bei der unteren Naturschutzbehörde nachgehakt, um Vergleichszahlen einzuholen. Ein Landkreis-Mitarbeiter berichtete über 70 Brutvogelarten in der Bückeburger Niederung. Auch bei den durchziehenden und rastenden Vögeln liegt die Bückeburger Niederung deutlich vor dem Rehrener Gebiet: 70 zu 30 lautet das Ergebnis.

 In Meyers Augen liegt angesichts dieser Diskrepanz auf der Hand, dass es bei Rehren deutlich zu wenige Naturschutzmaßnahmen für Vögel gibt, vor allem zu wenige Hecken. Diese Sichtweise wird gestützt von der Studienarbeit, denn darin hat Kohser notiert, dass 19 der 21 Brutvogelarten an Stellen nisten, wo es Hecken gibt.

 Meyer verweist auf bereits existierende Projekte: „Die Dorfbegrünung, die jetzt genehmigt wurde, trägt dem Ergebnis der Studienarbeit Rechnung“, betont der Leiter der Naturgruppe. Allerdings seien mehrreihige Hecken besonders wirksam. Eine dreireihige Hecke soll beispielsweise am Saum zwischen Sportplatz und Feldbruch entstehen.

 Meyer erklärt, dass bereits eine zweireihige, 100 Meter lange Hecke eine einfache Hecke von 590 Metern Länge ersetzen kann. Je mehr Reihen, desto besser, denn es siedeln sich mehr Tiere darin an. „Dreireihige Hecken weisen bereits ein waldtypisches Innenklima auf“, heißt es zur Begründung in der Fachliteratur. Dafür braucht es aber auch viel Platz: Solch eine Hecke wird bis zu sechs Meter breit. Einen nicht ökologischen Vorteil sieht Meyer aber obendrein: „Wir erhalten so den dörflichen Charakter“, ist er überzeugt. gus