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Öko-Ausgleich erst nach 13 Jahren

Rehren/Nordbruch Öko-Ausgleich erst nach 13 Jahren

Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen: Mit diesem verfremdeten Leitsatz hat sich die Gemeinde Hohnhorst 13 Jahre lang um eine Ausgleichspflanzung gedrückt. Jetzt ist das Versäumnis aber doch noch aufgefallen, und die Gemeinde muss tätig werden.

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Baumfreie Zone: Der Brandkoppelweg bei Rehren.

Quelle: gus

Rehren/Nordbruch. Im Jahr 2002 hatte Hohnhorst, damals noch unter der Ägide des CDU-Bürgermeisters Otto Lattwesen, die Erlaubnis erhalten, drei Pappeln fällen zu dürfen. Als Gegenleistung erlegte der Landkreis der Gemeinde auf, zehn neue Bäume am Brandkoppelweg zu pflanzen. Kommunen müssen nämlich für Eingriffe in die Natur sogenannte Ausgleichsmaßnahmen erledigen.

Bis Mai 2002 sollten die zehn Bäume gepflanzt sein. Dies geht aus einem Schreiben des Landkreises hervor, das der heutige Bürgermeister Wolfgang Lehrke (SPD) erhielt. Darin steht außerdem, dass Hohnhorst den Ausgleich verspätet vornehmen muss. Stichtag ist nun der 31. März 2016. Eine Strafe steht der Gemeinde nicht ins Haus.

Warum es 13 Jahre dauerte, ehe das Versäumnis aufgedeckt wurde, konnte Kreissprecherin Anja Gewald nicht erklären. Grundsätzlich kontrolliere die untere Naturschutzbehörde nicht, ob Kommunen ihren Ausgleichsverpflichtungen nachkommen. „Wir haben eine sehr gute Partnerschaft zu den Gemeinden und verlassen uns darauf, dass das klappt“, so Gewald.

Das ist möglicherweise zu optimistisch gedacht. Denn in der Samtgemeinde Nenndorf gibt es nicht zum ersten Mal Ärger wegen verzögerter oder fehlender Ausgleichspflanzungen. WGN-Politiker Bernd Zimmermann hatte vor einigen Wochen aufgedeckt, dass eine solche Maßnahme bei Drei Steine nie umgesetzt worden war. In der Bückethaler Landwehr gab es ein ähnliches Problem, in dem Fall mahnte aber die Kommune den betreffenden Investor an, endlich seiner ökologischen Pflicht nachzukommen.

Warum der fehlende Ausgleich in der Rehrener Feldmark nach so langer Zeit überhaupt jemandem auffiel, bleibt unklar. Möglicherweise war es purer Zufall, so Gewald. In Rehren wird aber gemunkelt, dass die Untersuchung der Rehrener Vogelwelt in diesem Jahr (wir berichteten) dazu geführt hat, dass sich jemand den Büntekoppelweg genauer angeschaut hat und schließlich die zehn Bäume vermisste.

Ob der Nachvollzug bis Ende März 2016 nun vom Kreis kontrolliert wird, ist offen. Aber es gibt ja auch das Sprichwort: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. gus

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