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Hohnhorst Radfahrer sollen Rücksicht auf Landwirte nehmen
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst Radfahrer sollen Rücksicht auf Landwirte nehmen
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13:50 20.09.2015
WolfgangLehrke (links) und Christian Reese setzen auf dieWirkung der neuenSchilder.gus
Hohnhorst

Um dies kenntlich zu machen, hat die Gemeinde Hohnhorst jetzt zehn Schilder an besonders problematischen Wirtschaftswegen aufgestellt.

 Die Tafeln weisen Fahrradfahrer darauf hin, dass sie im Fall einer Begegnung mit einem Traktor oder einem anderen großen Fahrzeug auf den Seitenbereich ausweichen sollen. Denn wenn ein tonnenschweres Gefährt von der Straße herunter muss, kann dies sowohl für die Gemeinde als auch für die Landwirte unangenehme Folgen haben.

 Einerseits leiden die Wegkanten und die Bankette, wie Landwirt Christian Reese erklärt. Diese müssen im Schadensfall wieder instand gesetzt werden, was zulasten der Steuerzahler geht. Den Landwirten kann es passieren, dass sie, wenn sie einem Radler oder einer Gruppe ausweichen, ihr Fahrzeug festsetzen und es anschließend aufwendig wieder aus dem Matsch befreien müssen. „Das kann mich dann drei Stunden Arbeitszeit kosten“, betont Reese.

 Daher appellieren Gemeinde und Landwirte an die Vernunft der Radfahrer. Diese sind oft zu ihrem Vergnügen unterwegs, während die Landwirte bei der Arbeit sind. Dies ist besonders an Wochenenden und Feiertagen während der Erntezeit der Fall. Und die Nutzfahrzeuge werden gezwungenermaßen immer größer. Reese zufolge sind auch immer häufiger Lastwagen im Dienste der Landwirte unterwegs, beispielsweise beim Abtransport von Rüben.

 Lehrke räumt mit einem verbreiteten Missverständnis auf: Die Wirtschaftswege sind keineswegs für die Radfahrer gedacht sondern für die Landwirte, damit diese ihre Felder erreichen können. Zwar seien einige Feldwege in der Gemeinde Teil touristischer Radrouten. Doch es komme auf ein sinnvolles Miteinander an. Und dabei sollen die Radler abstoppen und auf den Seitenstreifen ausweichen, wenn ihnen ein Traktor entgegenkommt.

 Die Schilder stehen an den Wegen in der Gemeinde, die einerseits besonders stark von Fahrradfahrern frequentiert werden und andererseits zu schmal für einen problemlosen Begegnungsverkehr von Landwirtschaftsfahrzeugen und Drahteseln sind. Die Kosten betragen etwa 750 Euro. Zwei weitere Tafeln behält die Gemeinde vorerst in Reserve. gus