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Rehren soll Bioenergiedorf werden

Rehren / Strom- und Wärmeversorgung Rehren soll Bioenergiedorf werden

Rehren soll Schaumburgs erstes Bioenergiedorf werden. Um eine eigene Strom- und Wärmeversorgung auf den Weg zu bringen, haben sich 40 Einwohner Rehrens und Rehrwiehes zum Informationsaustausch getroffen.

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In Jühnde bei Dransfeld wird seit acht Jahren mit Bioenergie geheizt.

Quelle: pr.

Von Guido Scholl 

Rehren. Landwirt und Biogasanlagen-Betreiber Cord Lattwesen, der zu dem Treffen eingeladen hatte, stellte klar: Nicht er wolle allein ein Bioenergiedorf schaffen, dies gehe nur in Form einer Genossenschaft. „Für mich wäre der Schuh eine Nummer zu groß“, betonte Lattwesen. Die Beteiligten müssten Einlagen in Höhe von etwa 4500 Euro pro Nase in die Genossenschaft einzahlen. 1,3 Millionen Euro betragen die Investitionen laut Grobplanung, eine hohe Kreditfinanzierung wäre nötig, um dies zu schultern.

 Lattwesen schwebt eine autarke Wärmeversorgung Rehrens und Rehrwiehes nach dem Vorbild Jühndes vor. Jühnde (Samtgemeinde Dransfeld bei Göttingen) ist das erste Bioenergiedorf Deutschlands, seit 2005 produzieren dort eine genossenschaftliche Biogasanlage und ein Holzheizkraftwerk Strom und Wärme. 5,5 Kilometer lang ist das Wärmeenergienetz, die Einwohner sparen offiziellen Angaben zufolge 750 Euro an Energiekosten pro Jahr. Ein Stromüberschuss wird in das öffentliche Netz eingespeist, wofür derzeit noch Erlöse an die Genossenschaft fließen.

 „Funktionieren würde das System hier hundertprozentig“, versprach Lattwesen, es sei sogar eine kleinere Anlage nötig. Eine Zuhörerin fragte, wie man sich helfen könnte, sollte das pflanzliche „Futter“ für die Biogasanlage ausgehen. Dann, so Lattwesen, würde Gülle aus dem Emsland zugekauft, wo das tierische Stoffwechselprodukt im Überfluss anfalle. Solche Engpässe erwartet der Landwirt aber nicht. Wie in Jühnde wäre in den Wintermonaten zusätzlich zum Biogas ein Holzhackschnitzelofen nötig, „damit keiner einen kalten Hintern bekommt“.

 Es sollte ein zentraler Standort für die Heizanlage gewählt werden, außerdem seien Sicherheitsmechanismen zu bedenken, damit die Heizenergie wirklich immer fließt. Teuer wird das Leitungsnetz, dafür sollte vor allem Privatgelände genutzt werden, weil es pro Meter 120 Euro kosten könnte, wenn die Leitungen unter Straßen und Gehwegen verlegt würden.

 Hohnhorsts Bürgermeister, Wolfgang Lehrke, begrüßte die Bestrebungen. Lehrke regte an, dass die Planungslast nicht allein auf Lattwesens Schultern liegt. Dafür sollte alsbald die Genossenschaft gegründet werden, möglicherweise erst mit geringerer Einlage, wie eine Zuhörerin anregte.

 Uwe Burda strich heraus, dass möglichst viele Bürger ins Boot zu holen sind, auch solche, die möglicherweise gerade eine neue Heizung installiert haben und sich deshalb noch nicht für das Projekt interessieren könnten. „Da werden viele nachbarschaftliche Gespräche nötig sein“, so Burda. Dafür wird noch etwas Zeit sein: Bis zum nächsten Winter wird Rehren definitiv kein Bioenergiedorf.

>>  www.bioenergiedorf.de

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