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Hohnhorst Tee bei der Queen, „Rambo“ als Trauzeuge
Schaumburg Nenndorf Hohnhorst Tee bei der Queen, „Rambo“ als Trauzeuge
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00:22 30.01.2015
Das Publikum lauscht gespannt: Der Teddy aus Kinderzeiten war das Einzige gewesen, was Josef Müller (kleines Bild) im Gefängnis blieb. Quelle: ar
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Hohnhorst

An Dramatik ist Müllers Lebensweg kaum zu überbieten. Beschaulich wächst er in Fürstenfeldbruck als Sohn eines Kriminalkommissars auf. Bescheidenheit, Sparsamkeit und Fleiß zählen zu den wichtigsten Werten in seiner Familie. Kurz vor seinem 18. Geburtstag verunglückt er bei einem Autounfall. Seitdem sitzt er im Rollstuhl.

 „Die größte Behinderung der Menschen ist im Kopf. Ich habe immer nur an das gedacht, was ich noch konnte – und nicht umgekehrt“, sagt er heute. Daraus wird eine große Karriere als Steuerberater mit viel Erfolg in der Finanzbranche. Dieser Weg führt ihn 1990 zu einem Geschäft mit einem US-Amerikaner namens „Bruce“, für den er 40 Millionen Dollar in Europa anlegt.

 Durch den fallenden Dollarkurs verliert er das gesamte Vermögen, und sein Mandant stellt sich als einer der zehn meistgesuchten Männer des FBI heraus, der sein Geld mit Drogen und Waffenhandel verdient. Trotz seiner Verluste schafft Müller es nicht, seinen luxuriösen Lebenswandel aufzugeben. Immer wieder leiht er sich Geld von Mandanten, besitzt zeitweise zehn Autos. Silvester Stallone („Rambo“) ist im Jahr 2000 sein Trauzeuge, er wird sogar zum Tee von der Queen eingeladen.

 „Gier frisst Hirn“ betitelt er seine damalige Lebenseinstellung und auch die der Gesellschaft, in der er sich seinerzeit bewegt. Im Spätsommer 2004 ist es so weit: Nach hochriskanten Geschäften in München hat er wieder sein eigenes Geld und auch 20 Millionen Euro seiner Mandanten verloren. Er wird verklagt, taucht aber in Miami unter und wird nun vom FBI und der deutschen Justiz gesucht.

 2005 kehrt er nach Wien zurück und wird verhaftet. In der Gefängnisbibliothek stößt er auf die Bibel, fängt sogar an, Theologie zu studieren, und verändert sein Leben. Heute sagt er: „Ich habe alle Gebote mit Füßen getreten.“ Innere Zufriedenheit und die Verbindung zu Gott seien nun sein wahrer Reichtum.

 Mit seinem Vortrag begeisterte Müller seine Zuhörer und erntete großen Applaus. Weitere Auftritte in Norddeutschland sind im Sommer geplant. ar

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