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Verbrannt und vergraben

Hohnhorst Verbrannt und vergraben

Nach dem spektakulären Urnenfund in Hohnhorst sind in unmittelbarer Nähe weitere urzeitliche Gefäße aufgetaucht. Erneut untersuchen Archäologen die Stelle.

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Kommunalarchäologe Jens Berthold und sein Team untersuchen und messen die Grabungsstelle. Der ehrenamtliche Mitarbeiter Joachim Schween (hinten links) kartografiert Verfärbungen im Boden, die später untersucht werden sollen.

Quelle: js

Hohnhorst. Rückblick: Routiniert holt der Fahrer des Baggers dessen Schaufel aus der Erde. Doch plötzlich stoppt er. Irgendetwas hat er da aus dem Boden geholt, was dort eigentlich nicht vorkommt. Er schaut sich das Objekt genau an und stellt fest, dass es sich um eine Urne handelt. In kürzester Zeit wurde so aus einer Baustelle eine Ausgrabungsstätte.

 Das war im Mai 2011. Landwirt Cord Lattwesen wollte seinen Hof mit einer Biogasanlage erweitern, als während der Bauarbeiten Urnen und andere Gefäße zum Vorschein kamen. „Als Bauherr bekam ich es schon mit der Angst zu tun. Aber als Mensch war ich total fasziniert.“ Kommunalarchäologe Jens Berthold und sein Team wurden hinzugezogen, um die Stelle genau zu untersuchen.

 Im Gebiet der zwei geplanten Gärbehälter (Durchmesser etwa 40 Meter) wurden daraufhin etwa 300 Urnen geborgen. „Das war schon eine kleine Sensation. Schließlich war das der erste Fund im Gemarkungsgebiet“, sagt Berthold.

 In den Urnen fanden sich menschliche Überreste in Form von Leichenbrand – für die damalige Zeit eine gängige Form der Bestattung. „Wir schätzen, dass die Überreste ungefähr aus dem Jahr 500 vor Christus stammen“, sagt der Archäologe. Die Bauarbeiten wurden durch die Ausgrabungen nicht erheblich verzögert. „Die Zusammenarbeit funktionierte reibungslos“, erzählt Lattwesen, der eine Ausstellung einiger Exponate in der Hohnhorster Kirche finanziell unterstützte.

 Im Juli 2014 begannen die Bauarbeiten für einen dritten Gärbehälter, wobei erneut Grabgefäße aufgespürt wurden. Burkhardt und sein Team waren von Anfang an involviert. „Wir konnten weitere 80 Urnen finden“, berichtet der Archäologe. Es stellte sich außerdem heraus, dass die Gräber einem linienartigen Muster folgten. So fanden sich auf wenigen Quadratmeter bis zu zehn Urnen. „Das kann auf einen Familienverband hindeuten“, vermutet Berthold.

 Bis Mitte nächster Woche sind Berthold und sein Team zum dritten Mal für Grabungen bei Lattwesen. Auch jetzt greift der Landwirt in die eigene Tasche, um die Arbeiten zu unterstützen. Etwa 50 Meter neben dem dritten Gärbehälter soll eine Lagerhalle entstehen. In dem elf mal 17 Meter großen Terrain wurde der Mutterboden bereits abgezogen und die Archäologen untersuchen den anstehenden Boden auf Auffälligkeiten.

 Dabei wurden außer anderen Formen auch kreisförmige Verfärbungen sichtbar. „Diese deuten meist auf einen Pfosten oder eine Stützkonstruktion hin“, erklärt der ehrenamtliche Mitarbeiter Joachim Schween. Dank weiterer Keramikfunde, die für die römische Kaiserzeit typisch sind, könne man aber einen Zusammenhang zwischen dem Siedlungsfund und dem Friedhof ausschließen. js

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