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Bad Nenndorf / Unfall

Großeinsatz an Aue und Rodebach

Morgens um 6 Uhr hatte Wolfgang Seifert am vergangenen Freitag von dem Unheil Kenntnis bekommen. Der Tank der Gebäudeheizung seiner Tankstelle an der Rodenberger Allee in Bad Nenndorf war Leck geschlagen – und Heizöl im Erdreich versickert. „Ein Mitarbeiter hat den Ölgeruch bemerkt“, berichtet Seifert. Danach habe er umgehend den Alarmplan abgearbeitet. „Ich habe sofort die Untere Wasserschutzbehörde des Landkreises, die Feuerwehr, die Versicherung und eine Spezialfirma informiert, die Tanks sanieren und entsorgen darf.“ Wie viel Öl ausgelaufen ist, weiß er nicht.

Drei Tage lang sind die Feuerwehrleute aus Rodenberg und Bad Nenndorf mit dem Abbinden des Öls beschäftigt.

© bes
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Bad Nenndorf (ni, bes). „Keine Ahnung, wie voll der Tank war.“ Rund 1700 Liter fasse dieser maximal. Da befürchtet werden musste, dass das Heizöl über das Erdreich ins Oberflächen- und ins Schmutzwasser gesickert und dann in den nah gelegenen Rodebach respektive die Rodenberger Aue geflossen ist, hatte die Feuerwehr reichlich zu tun, um das Öl zu bekämpfen, berichten der Bad Nenndorfer Ortsbrandmeister Thomas Schweer und dessen Rodenberger Kollege Thomas Böhm.

Gegen 10.30 Uhr sei der Tank bereits zerlegt, ausgebaut, und abtransportiert worden, so Seifert. „Dabei ist von einem Gutachter der Dekra festgestellt worden, dass er von innen nach außen durchgerostet ist.“ Das erkläre auch, so der Tankstellenbetreiber, warum der TÜV am 1. Juli im Rahmen der regelmäßigen Prüfung „keine Mängel“ festgestellt habe.

Er habe auch umgehend per Klempner die Kanäle auf dem Tankstellenareal mit sogenannten Blasen sperren lassen. „Damit kein kontaminiertes Wasser mehr abfließt“, erklärt Seifert. In seinen Augen seien „die maximalen Sicherungsmaßnahmen getroffen“ worden.

Unter den Augen von Bernd Hugo von der Unteren Wasserschutzbehörde und Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese rückten um 16 Uhr die Spezialisten von der Feuerwehr an. „Wir sind dafür zuständig, das Öl zu binden, aufzufangen, abzusaugen und abzutransportieren“, erläutert Schweer. Regen- und Schmutzwasserkanal der Tankstelle seien gespült und abgesaugt worden. Um zu verhindern, dass sich die Schadstoffe noch weiter ausbreiten, seien auf dem Rodenbach und der Aue am späten Freitagabend auf einer Länge von etwa drei Kilometern etliche Ölsperren gesetzt worden, berichtet der Ortsbrandmeister. Fünf im Bereich Bad Nenndorf (von der Rodenberger Allee/Ecke Erlenstraße bis zum Horster Wehr), fünf auf der Rodenberger Seite (von Drei Steinen, am Kraterzoo entlang bis zur Eimündung des Rodebachs in die Aue).

Von Freitag Nachmittag bis zum gestrigen Sonntag seien permanent Einsatzkräfte damit beschäftigt gewesen, in regelmäßigen Abständen Bindemittel zu beseitigen, neue Ölschlängel zu setzen „und den gesamten Bach immer wieder abzugehen und zu kontrollieren“, so Schweer. „Dabei sind von uns jeweils zwischen zehn und 15 Mann unterwegs gewesen“, sagt der stellvertretende Bad Nenndorfer Ortsbrandmeister Jürgen Ehle. „Auf Rodenberger Seite haben wir am Freitag und Sonnabend zusammen 45 Mann auf den Beinen gehabt“, betont Böhm. Die Einsätze dauerten zum Teil bis in die späten Abendstunden respektive in die Nacht.

„Es wird noch ein paar Tage dauern, bis wir die Ölbindemittel endgültig abschöpfen können“, sagt Ehle. Das hänge auch ein wenig vom Wetter ab. Immerhin gehe es um einen Bereich im Quellenschutzgebiet, ergänzt Schweer. „Da gelten besonders strenge Auflagen.“ Wolfgang Seifert hat seine Konsequenzen aus dem Vorfall gezogen: „Die neue Heizung läuft mit Gas.“


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