Bad Nenndorf (rwe). Die Kur- und Tourismusgesellschaft hat die Veranstaltung nicht genehmigt. Der Grund: In der Musikmuschel nebenan steigt gleichzeitig das Treffen der Shanty-Chöre. Das Kulturforum hatte seine Aktion nicht frühzeitig angekündigt, heißt es.
In der Jahresversammlung am Mittwoch verlor Vorsitzender Karl-Heinz Werner kaum ein Wort zu dem Vorgang, kündigte lediglich an, dass Bildhauer Peter Lechelt am Landgrafenhaus den „Herzblut“- Workshop ohne das Kulturforum ausrichtet. Der Künstler selbst ist geplättet, zwischen die Mühlsteine geraten zu sein, denn das Kulturforum hatte ihn angesprochen, wollte ihn bekannter machen. „Klasse“, freute sich Lechelt und lud befreundete Künstler zu einer Aktion aus Bildhauerei, Tanz und Musik ein. Bei „Sekt, Herzblut-Cocktail, Kaffee und Pittacks Gebäck“ sollten sich die Gäste vor und in dem Atelier auf einen kulturellen Nachmittag einstimmen, kündigte das Kulturforum vollmundig an.
Doch KurT-Chefin Silke Busche monierte das Catering. In dem Bereich des Kurparks gibt es nach ihren Worten keine Konzession. Die Bewirtung stelle eine Konkurrenz für die Stände beim Shanty-Konzert dar. Bei einem Krisengespräch im August signalisierte das Kulturforum zwar, auf Speisen und Getränke zu verzichten, wollte aber einen Sektempfang geben. Am Montag folgte eine Mitteilung der KurT, die Aktion werde nicht genehmigt.
Vom Vorstand gibt es dazu keinen Kommentar. Die Mitglieder des Gremiums bissen sich wohl auf die Zunge, um den Streit nicht weiter anzuheizen. Außerdem wissen die Organisatoren auch um ihr Versäumnis, den Termin nicht abgestimmt zu haben.
Trotz des Ärgers plant Lechelt weiter, wenn auch im kleineren Format. „Ich werde auf jeden Fall etwas veranstalten“, sagt er. Er baut am Sonntag am Landgrafenhaus ein kleines Zelt auf und will sein Atelier für den Workshop und die Ausstellung nutzen. „Die Flyer sind ja alle draußen.“ Ob nun alle Künstler kommen und dann ohne Gage auftreten, weiß er nicht. Das Kulturforum zog seine Honorarzusage zurück. Dennoch hätten Antje und Roland Foresta für ihr Konzert mit Gitarre und Harfe zugesagt.
Lechelt ärgert sich über das „Verbot“. Für ihn schieße die KurT-Geschäftsführerin mit Kanonen auf Spatzen. „Das ist hier keine große kommerzielle Veranstaltung.“ Die Konzerte stünden nicht in Konkurrenz zueinander. „Wer Shanty hören will, geht nach oben. Wir haben hier eher sanfte Kunst.“ Er hätte eher erwartet, dass sich Busche freue, wenn jemand den Kurpark belebt und Programm mache. Das Kulturforum hätte sogar auf das beabsichtigte Catering verzichtet.
Die KurT-Chefin findet die Aktion „keine schlechte Sache“, nur die Abstimmung habe gefehlt. Das Shanty-Treffen sei frühzeitig bekannt gewesen. „Wir haben ja Chöre aus Holland eingeladen.“ Niemand könne im Kurpark sein Zelt aufbauen und eine Party feiern. Busch hätte sich solch eine Veranstaltung auch gut zum Gourmetfest vorstellen können. Gerade diese Kollision hatte das Kulturforum vermeiden wollen und „Herzblut“ eine Woche später gelegt, dies aber nicht mitgeteilt. Busche: „Hätte jemand etwas im Vorfeld gesagt, hätten wir eine Lösung gefunden“.
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