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Bad Nenndorf / Planung

Kurpark-Debatte: Denkmalschutz mit am Tisch

Bad Nenndorf. Wie soll der Bad Nenndorfer Kurpark in Zukunft aussehen? Bei der Antwort auf diese Frage hat auch die Untere Denkmalschutzbehörde beim Landkreis ein Wörtchen mitzureden. Die Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) begrüßt die Vorgaben aus dem Kreishaus, die anderen Ratsfraktionen verbinden mit den Auflagen vor allem höhere Investitionen und befürchten steigende Folgekosten.
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Wenn die Bad Nenndorfer Politiker in diesen Tagen über die Kurparksanierung beraten, müssen sie daran denken, nicht allein Herr des Verfahrens zu sein. Denn die Denkmalschutzbehörde muss bei allen grundlegenden Maßnahmen ihr Plazet geben. Entsprechend saßen Vertreter des Landkreises bei den Vorgesprächen mit am Tisch. Denn ohne eine Freigabe aus dem Kreishaus gäbe es keine Chance auf touristische Fördermittel. Aber auch eine  grundlegende Sanierung der Wege gilt vermutlich als Neubau und müsste den Stempel der Denkmalschützer bekommen. Den gibt es aber nur, wenn diese wieder nahezu originalgetreu angelegt werden.

Das stößt auf unterschiedliche Reaktionen. Während sich die Wählergemeinschaft als Verfechterin einer historischen Lösung weitgehend auf einer Linie mit der Denkmalpflege und deren Forderungen bestätigt sieht, stören sich die großen Fraktionen eher daran, dass dort womöglich nur eine große Sanierung abgenickt wird. Die erste Planung in diese Richtung war mit fast fünf Millionen Euro veranschlagt worden. Auch wenn die Hälfte davon bezuschusst würde: So dicke hat es die Kurstadt in den Augen vieler Ratsmitglieder nicht mehr.

Vor allem die in den siebziger Jahren umgebaute Esplanade vor der Musikmuschel gilt als Streitpunkt. Mögliche Auflagen an der Stelle ärgern nicht nur CDU-Fraktionssprecherin Ellen Hültenschmidt. „Vom Land wurde damals nichts verlangt. Wir müssen nun nachbessern und dürfen uns nicht bewegen“, wettert die Politikerin.

„In den siebziger Jahren gab es noch keinen Denkmalschutzgesetz“, erinnert Kreisbaudezernent Fritz Klebe an die aus seiner Sicht „positive Entwicklung“ in dem Bereich. Dem Land sei daher für die Gestaltung der Esplanade aus Nischen und Beton jetzt kein Vorwurf zu machen. Der komplette Kurpark sei heute geschützt, jede Veränderung müsse beantragt und genehmigt werden.

„Wir versuchen zu vermitteln“, verspricht er, „und flexibel zu sein, wo es nötig ist.“ Die Devise des Kreises sei, „im Sinne des Denkmals zu planen, aber aktuelle Bedürfnisse zu berücksichtigen“. Beim Baumraster auf der Esplanade gehe es beispielsweise um den Platzcharakter und die regelmäßige Gliederung, weniger um den genauen Abstand der Bäume. Klebe: „Wir achten auch darauf, dass das Veranstaltungswesen nicht zu kurz kommt.“ Schließlich seien die Feste im Kurpark ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Magnet. 

So passen aus Sicht der Denkmalschützer bei den Wegen wassergebundene Decken eher zur Anlage des Parks. Mit Rücksicht auf die Achslasten der heutigen Fahrzeuge lasse sich möglicherweise mit entsprechend gefärbtem Asphalt arbeiten, heißt es. Beim Sonnengarten sieht Klebe wenig Reibungspunkte. Auch bei der Promenade seien kaum Vorgaben zu erwarten, war sie doch einst eine Straße. Die heute rechtwinkligen Wege sollten, wenn in geschwungenen Formen, neu angelegt werden. „Die müssen aber dann nicht alle so sein“, sagt Klebe und verweist auf die bisher konstruktiven Gespräche. Seiner Behörde sei daran gelegen, an einer sinnvollen Planung mitwirken. „Wir wollen nichts verhindern.“ rwe

Die Wählergemeinschaft Nenndorf beschäftigt sich heute, Montag, um 19.30 Uhr im „Parkhotel“ in einer öffentlichen Fraktionssitzung mit der Kurparkplanung.


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  • B65 verschlingt Geld Dr. Bernd Zimmermann – 09.02.10
    Wenn die Politiker für die Finanzen verantwortlich sind, wie kann es dann sein, dass sie für die B-65 im Bereich Bad Nenndorf Geld versenken, nur um dem amtierenden Landrat einen Gefallen zu tun bzw. weil sie sich haben unter Druck setzen lassen?
    Ich erinnere an das panische Gesicht in der BA-Sitzung vom Vertreter des Landkreises, als ich die ominöse Kreuzungsregelung auseinander genommen habe.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Kostenschätzung liegt vor Dr. Bernd Zimmermann – 09.02.10
    A. Die Kostenschätzung liegt seit gestern vor.
    B. Ja, es ist teuer, aber:
    1. wann wird man jemals wieder die Möglichkeit haben 50% bzw. 66% Zuschüsse zu bekommen
    2. wer mit der Teilkommunalisierung im Jahre 2004/2005 die Verantwortung für den Park übernimmt und damit sich für den Tourismus entscheidet, der muss auch Investitionen tätigen und das die nicht gerade klein sein werden, war auch schon 2004 mehr als deutlich.

    Wer jetzt nicht klotzt, der wird untergehen.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Finanzen Volker Busse – 08.02.10
    Die Politiker in Bad Nenndorf sind aber für die Finanzen der Stadt verantwortlich, da bislang weder eine Kostenschätzung noch ein Pflegekonzept vorliegt, kann über so eine wichtige und teure Angelegenheit noch nicht abschließend entschieden werden. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Die Politker von CDU/SPD/FDP wollen einfach nicht Dr. Bernd Zimmermann – 08.02.10
    Die Richtung ist doch klar.
    SPD/CDU und FDP wollen sich einfach nicht fügen. Es kann doch nicht
    angehen, dass Fachleute den unwissenden und ahnungslosen Lokalpolitikfuzzis vorschreiben, wie
    sie nach Gottes Gnaden über Bad Nenndorf regieren.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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