Navigation:
AboPlus Anzeigen- und Abo-Service

Bad Nenndorf

Kurparkplanung: Der Druck nimmt zu

Bei der Kurparkplanung nimmt die politische Debatte jetzt Fahrt auf. Während die Wählergemeinschaft Nenndorf (WGN) sich für eine große Lösung nach historischem Vorbild stark macht und wegen möglicher Zuschüsse auf die Tube drückt, treten die Gruppe SPD/Linke sowie CDU und FDP mit Blick auf die Finanzlage auf die Bremse. Aber die Zeit läuft. Am 15. Februar müsste die Stadt einen Antrag auf Fördermittel stellen, danach könnte die Quelle versiegen.

Historische Grüße aus Bad Nenndorf. Die Postkarte zeigt die Esplanade in früheren Tagen: So könnte sich die Wählergemeinschaft den Platz vor der Musikmuschel wieder vorstellen. pr.

Lesezeichen setzen:


Bad Nenndorf. Der Handlungsdruck für die Stadt im Kurpark nimmt zu. Seit wenigen Tagen warnen gelbe Schilder die Spaziergänger, sich auf den schadhaften Wegen vorzusehen. Der Frost hat die Lage noch verschlimmert.

Doch eine grundlegende Sanierung dürfte noch mehr als ein Jahr auf sich warten lassen. Mehr als Reparaturen sind im Frühjahr nicht vorgesehen. Denn die Wege sind Bestandteil der Kurparkplanung, deren neuester Stand am kommenden Montag ab 19.30 Uhr von der Wählergemeinschaft in einer öffentlichen Fraktionssitzung im „Parkhotel“ diskutiert wird.

Dabei befindet sich die Politik in einer komplizierten Gemengelage. Für die Arbeiten an der Esplanade, den Sonnengarten und die Wege könnten Zuschüsse aus der Tourismusförderung in Höhe von 50 Prozent fließen, die Kurpromenade ist Teil der Innenstadtsanierung, die mit zwei Dritteln gefördert wird. Dennoch muss am Ende alles in ein Konzept passen, dem auch die Denkmalschutzbehörde zustimmt.

Ein Konsensgespräch mit Vertretern des Rates, der Planerin Anke Deeken und den Denkmalschützern gab es bereits, doch einig sind sich die Parteien nicht. Der aus dem Treffen resultierende Entwurf der Bremer Architektin, deren Ideenskizzen im Herbst zu heftigen Kontroversen in einer großen Sitzung mehrerer Ausschüsse geführt hatten (wir berichteten), ist den Ratsfraktionen in dieser Woche zugegangen.

Der Tenor bei der WGN dürfte bekannt sein. Unter der Überschrift „Rettet den Kurpark“ macht sich die Gemeinschaft seit Wochen dafür stark, sich am historischen Vorbild zu orientieren und vor allem die Esplanade oberhalb des Hotels mit Baumreihen und wassergebundenen Decken anzulegen.

Deeken habe nun eine „wunderbare Vorlage“ geliefert, freut sich Frank Steen. Der WGN-Fraktionschef sieht eine „einmalige Chance“ für Bad Nenndorf auf einen Kurpark, der dem geschichtlichen Original gerecht werde. Steen: „Das ist gut für den Ruf und die Vermarktung.“ So ließen sich künftig Gäste nicht nur zu den heimischen Festen anlocken, sondern auch zu überregionalen Veranstaltungen.

Er hätte sich am Montag eine Sitzung der Ausschüsse gewünscht, um mit allen die Pläne öffentlich zu diskutieren. Das hätten die anderen Fraktionen aber abgelehnt. Deshalb lädt die Fraktion gemeinsam mit dem parteilosen Ratsherrn Erwin Biener ein. Die WGN macht Tempo und plädiert dafür, am 15. Februar einen Antrag auf die touristischen Fördermittel zu stellen. Steen geht davon aus, dass beim nächsten Termin im August die touristischen Fördermittel aufgebraucht sind. Dann könnte die Stadt mit dem Geld nur die Wege sanieren, ohne die Qualität des Kurparks verbessert zu haben.

„Wir lassen uns nicht unter Druck setzen“, sagt Ellen Hültenschmidt. Für die CDU-Politikerin ist es utopisch, am 2. Februar die Pläne zu bekommen und eine Entscheidung bis zum nächsten Antragstermin am 15. Februar zu treffen, zumal wichtige Fragen unbeantwortet sind. „Wir haben gar keine Kostenschätzung“, klagt sie. Der in ihren Augen wichtige Punkt der Wege sei ebenfalls unzureichend geklärt. Wie ist der Unterbau, wie teuer käme eine grundlegende Sanierung? Ohnehin hat sie das Gefühl, dass die Forderungen der Politik und die vorgelegte Planung auseinander driften. Sie verliere da zunehmend das Vertrauen.

Eine öffentliche Sitzung wäre jetzt verfrüht, so die CDU-Ratsfrau. Sollte beim nächsten Antragstermin am 15. August der Topf leer sein, „haben wir Pech gehabt“. Ohnehin steht für sie angesichts der Finanzlage und Sanierungsvorhaben an anderer Stelle eine große Kurparksanierung infrage. Selbst mit Zuschüssen käme auf die Stadt ein Millionenbetrag zu. „Wir müssen auch unseren Teil leisten.“ Sie warnt zudem vor Folgekosten für den größeren Pflegeaufwand oder auch eine Reparatur möglicher Schotterwege. „Von wassergebundenen Decken wurde in Bad Pyrmont deshalb abgeraten.“

Niemand wisse, so Hültenschmidt, ob ein historisch angelegter Kurpark tatsächlich so viel mehr Besucher anziehe. Sie sieht auch Nachteile im Althergebrachten und kann nicht nachvollziehen, „klebrige Linden“ auf der Esplande oder „giftige Eschen am Spielplatz“ zu pflanzen, nur weil das früher so üblich gewesen sei. Hültenschmidt: „Da fasse ich mir doch an den Kopf.“

Kritik kommt auch von Volker Busse, Chef der Ratsgruppe SPD/Grüne. Er habe nicht das Gefühl, dass „von den Konsensgesprächen irgendetwas in die Planung eingegangen“ sei. „Da wurde nicht das umgesetzt, was wir beschlossen haben.“ Er will am Montag erst einmal intern mit der Fraktion den Vorschlag besprechen. Ob im nicht öffentlichen Verwaltungsausschuss am kommenden Mittwoch schon ein Beschluss fällt, das Geld zu beantragen, kann Busse nicht sagen. Noch seien viele Fragen zu den Kosten oder auch den Kanälen unter dem Kurpark offen. „Ich weiß nicht, ob wir da noch Unterlagen bekommen.“

Für einen Antrag innerhalb einer Woche hält auch FDP-Fraktionssprecher Andreas Fedler die Zeit für „sehr knapp“. Er hat sich auch noch nicht mit seiner Kollegin beraten und will sich Gedanken machen, ob sich die Stadt eine Investition in der Größenordnung leisten kann. Die Haushaltslage in Bad Nenndorf ist sehr angespannt. Fedler: „Wir müssen jeden Euro umdrehen.“ rwe


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

  • Kurparkplanung, vielleicht Rettung und Erhalt für die Nachgeborenen. Dorit Kosian – 06.02.10
    Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand.Da aber die wenigsten Ämter von Gott besetzt werden, darf man sich z.B. über die Äußerungen von Frau Hültenschmidt nicht wundern. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
  • Giftige Eschen? Ich fasse es nicht Dr. Bernd Zimmermann – 06.02.10
    Wenn man wissentlich die Unwahrheit sagt, dann lügt man gemeinhin.

    Nun möchte ich nicht behaupten, Frau Hültenschmidt lüge, aber Unwissenheit schützt bekanntlich auch nicht. Darum möchte ich an dieser Stellte mal ein wenig aufklären.

    Frau Hültenschmidt behauptet am Samstag, den 06.02.2010 öffentlich in der Tagesausgabe der Schaumburger Nachrichten folgendes:

    Sie sieht auch Nachteile im Althergebrachten und kann nicht nachvollziehen, “klebrige Linden” auf der Esplanade oder “giftige Eschen am Spielplatz” zu pflanzen, nur weil das früher so üblich gewesen sei.Hültenschmidt: “Da fasse ich mir doch an den Kopf”.

    Frau Hültenschmidt ist das Ihr Ernst? Jetzt fasse ich mir aber an den Kopf, weil ich von diesen Worten nicht nur Kopfschmerzen bekomme, nein mir platzt der Schädel angesichts dieser gnadenlosen Unwissenheit. Oder ist es es von Ihr einfach nur gut platzierte Demagogie, und sie will mit den Worten giftige Eschen am Spielplatz wissentlich in der Bevölkerung Ängste schüren, die kleinen Kinder würden im Kurpark absichtlich vergiftet werden?

    Warum ich das behaupte?

    Weil diese sogenannten giftigen Eschen, und Sie meint sicher die gemeine Eberesche mit den schönen roten Beeren (Sorbus aucuparia) alles andere als giftig ist, sondern im Gegenteil eine Heilpflanze:

    Heilwirkung: harntreibend, Leberprobleme, Leberzirrhose, Gallenprobleme, Gallenstauung, Gallenblasenentzündung, Gallengangsentzündung, Gallensteine, Verdauungsbeschwerden, Völlegefühl, Verstopfung, Skorbut, immunsystemsteigernd, harntreibend, Durchfall, Bronchitis, Lungenentzündung, Grüner Star

    Inhaltsstoffe: Vitamin C, Gerbstoff, Sorbitol, Sorbitansäure, Zitronensäure, Apfelsäure, Bernsteinsäure, Weinsteinsäure, Spuren der Parasorbinsäure (leicht giftig), Bitterstoff, Pektin, ätherisches Öl

    Eine Heiplfanze hat ja wohl in einem Kurpark in einem Heilbad auf jeden Fall seine Berechtigung, oder etwa nicht Frau Hültenschmidt?

    Ich fordere Sie hiermit auf, legen Sie Ihr Ratsmandat nieder und geben Sie alle Ihre poltischen Ämter ab, denn Sie erfüllen in keiner Weise das Grundgesetz, in dem in Artikel 21 steht: Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Diese Worte sind brutalste Leuteverdummung, so wie wir es von den Politikern jeden Tag gewohnt sind.
    Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kommentar schreiben

Um Beiträge schreiben zu können, müssen Sie angemeldet sein!

Anzeige

Gesund in Schaumburg

Gesund leben – nichts leichter als das. Die SN informieren über aktuelle Entwicklungen im Gesundheitsbereich, klären über Erkrankungen auf und geben hilfreiche Tipps für den Alltag. mehr


 

Fraged der Woche: Helmpflicht

Was meinen Sie? Sollte es für Fahrer von Elektrofahrrädern eine Helmpflicht geben?

Städtewetter
Ihre Stadt/Ihr Ort
Tagestemperatur
°
Nachttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug

Was haben Sie erlebt?

Auf der Fanmeile, dem Konzert oder dem Stadtfest war es richtig gut? Auf myheimat freut man sich auf Ihre Bilder, Geschichten und Eindrücke. mehr


 

EWR-Pleite

Die Erlebniswelt Renaissance war ein touristisches Projekt, das das Zeitalter und den Baustil der Weserrenaissance vermarkten sollte. mehr


 

SN-Kinderglück

SN-Babyglück

In jeder Woche erblicken im Kreiskrankenhaus Stadthagen und im Bückeburger Krankenhaus Bethel Babys das Licht der Welt. mehr