Bad Nenndorf (rwe). Wie berichtet, geht Kraatz juristisch gegen seine fristlose Kündigung vom 13. August vor. 20 Seiten umfasst der Schriftsatz, mit dem sich die Kammer für Handelsrecht nun befassen muss. Darin widmet sich Lehmann noch einmal umfassend den Verträgen, die Kraatz für das Staatsbad mit einer Rodenberger Werbeagentur geschlossen hat und bei denen er seine Kompetenzen überschritten haben soll. Laut Lehmann hat der Aufsichtsrat den überraschenden Rauswurf jedenfalls damit schriftlich begründet. Der Vertrag für Kraatz läuft bis 2012 und wäre nur bei schweren Verstößen kündbar.
Lehmann hatte bereits vorige Woche dem Land als alleinige Gesellschafterin und dessen Anwältin Marina Karoff aus Hannover in einem achtseitigen Schreiben auseinandergesetzt, warum die Trennung unwirksam ist. Er bot trotz der Irritationen weiter die Rückkehr von Kraatz an. Eine schriftliche Reaktion gab es nicht, so Lehmann. Er berichtete lediglich über ein Telefonat „über Verfahrensfragen“.
Der Burgwedeler Fachanwalt hat in seiner Begründung für das Landgericht noch einmal die vereinbarten Leistungen der Agentur aufgelistet. Die von Kraatz ausgehandelten und vom Aufsichtsrat kritisierten Pauschalverträge seien für das Staatsbad weitaus günstiger gekommen als die Einzelabrechnung, so Lehmann. Er hofft nun, dass es einen baldigen mündlichen Verhandlungstermin gibt. Sollte das Gericht ein schriftliches Vorverfahren anordnen, könnte sich der Rechtsstreit über Monate hinziehen. Solch einen „Schwebezustand“ dürfte aber keine der beiden Seiten wollen, meint Lehmann.
„Wir wollen dem Gericht nicht vorgreifen“, sagt Jürgen Tostberg, Sprecher im Finanzministerium. Dieses lege fest, wie schnell sich das Verfahren abwickeln lasse. Eine gütliche Einigung oder eine Rückkehr ins Staatsbad dürfte sich für Kraatz mit der Klage vor Gericht aber erledigt haben.
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Kommentare
Peinlich! Nils Meyer – 17.09.10
Hoffi alias Jörg Riethmüller?!So kann man sich auch nicht reinwschen,Herr Möchtegern... wirklich lächerlich! Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenKlage des Herrn Kraatz Jörg Riethmüller – 14.09.10
Ich denke, mit der Klage bringt Herr Kratz endlich Licht ins dunkel.Der Aufsichtsrat bzw. das Finanzministerium scheint ja nicht wirklich ein Interesse an Transparenz in dieser Sache zu haben.
Ständig auf Verschwiegenheitspflicht zu verweisen, aber ab und an durchsickern lassen, dass es in dieser Sachen seitens Kraatz Ungereimtheiten gab, geht gar nicht.
Wenigstens trägt Herr Kraatz mit seiner Klage zur hoffentlich baldigen Aufklärung bei. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Vielleicht auch nicht Petra Schimmels – 03.09.10
Zitat: "Eine gütliche Einigung oder eine Rückkehr ins Staatsbad dürfte sich für Kraatz mit der Klage vor Gericht aber erledigt haben."Wenn der Vorstand aufgrund Kompetenzlosigkeit oder anderen Delikten den Hut nehmen muss, sind die Wege auch für Herrn Kraatz nicht verschlossen.
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