So sieht die Planungsskizze für den Bereich zwischen Sonnengarten (oben links) und Schlösschen (unten rechts) aus. Die Esplanade vor dem Hotel erhält ein Baumraster, das Hamburger Dach vor der Muschel bleibt aber stehen. Die Promenade ist linear angelegt. Wo einst das alte Kurhaus stand, spritzt ein Feld aus Wasserfontänen. Die Betonwege im Park zum Schlösschen hoch sind verschwunden. Gegenüber dem Landgrafenhaus soll es einen Spielbereich geben.
Bad Nenndorf. Wenn nicht jetzt, wann dann? Mit dem Motto der erfolgreichen Handball-Weltmeisterschaft 2007 dürften heute Abend WGN-Ratsherr Frank Steen und der parteilose Erwin Biener in die Sitzung des nichtöffentlichen Verwaltungsausschusses (VA) gehen. „Wir werden für diese Lösung kämpfen“, versprach Steen den mehr als 30 Mitgliedern und Gästen in der öffentlichen Fraktionssitzung. Dort stellte die WGN die Kurparkplanung der Bremer Architektin Anke Deeken vor, die weitgehend auf Zustimmung stieß.
Unter anderem auch bei CDU-Vorstandsmitglied Ursula Teßmer, die ebenfalls im Publikum saß und sich nach der Präsentation die ganze Debatte „nur als Missverständnis“ erklären konnte. Das Konzept dürfte auch den Vorstellungen ihrer Ratsfraktion entsprechen, so Teßmer.
Ob das ihre drei Parteifreunde und die vier SPD-Politiker im VA auch so sehen, wird sich heute Abend im Hotel „Hannover“ zeigen. Denn bisher überwog bei den großen Fraktionen angesichts der klammen Haushaltslage eher die Skepsis. Auch inhaltlich hatten CDU und SPD an Deekens Planung wenig Gefallen gefunden, allerdings lässt der Denkmalschutz auch nicht viel Spielraum.
Nach Ansicht Steens geht es heute im Raum „Vivaldi“ um die Zukunft Bad Nenndorfs. Am 15. Februar endet die erste Antragsfrist für EU-Zuschüsse, zum nächsten Termin im August dürfte kein Geld mehr da sein, sorgt sich Steen, der bedauerte, dass die anderen Parteien eine öffentliche Ausschusssitzung dazu abgelehnt hatten. So stellten er und Landschaftsplaner Henning Dormann den Entwurf vor, der offiziell wohl erst im März präsentiert werden soll. Dormann hatte 2003 in einer Studienarbeit die Grundlage für Deekens Gutachten geliefert und sieht sich als Experte für die Geschichte des nach englischem Vorbild entworfenen Landschaftsparks.
„Klotzen, nicht kleckern wie in den letzten 20 Jahren“, forderte Steen. Die Kosten für die vorgestellte Sanierung beliefen sich auf insgesamt 3,7 Millionen Euro, sagte Steen. Er erwartet, dass zwei Millionen davon aus Fördermitteln kommen, die Stadt den Rest zu tragen habe. „Wir müssten das in vier bis fünf Jahren abarbeiten“, forderte er einen Finanzierungsplan. Für die Lösung sei ihm kein Euro zu schade.
Auch Ratsherr Uwe Engelking appellierte, einmal das kleinbürgerliche Denken aufzugeben. Er wäre auch bereit, dafür die Grundsteuern zu erhöhen.
WGN-Vorsitzende Heike Beiersdorfer hofft, dass die großen Fraktionen an ihre Beschlüsse aus der Teilkommunalisierung denken. 2004 hätten sich SPD und CDU mit der Übernahme der Kureinrichtungen für den Weg in den Tourismus entschieden auch in dem Wissen, dass dies Investitionen erfordert.
Nicht nur sie sieht langfristig eine Gefahr für den Kurstatus, bleibt Bad Nenndorf untätig. „Wir werden uns eines Tages fragen müssen, was wir dafür getan haben“, mahnte Ratsherr Biener. Auch wenn das derzeitige Verfahren davon nicht berührt sei, warnte er vor einem schleichenden Qualitätsverlust, was sich für alle Grundstücksbesitzer eines Tages rächen könnte. Biener: „Ohne den Status ist Bad Nenndorf nur noch die Hälfte wert.“ rwe
Kommentare
Kurparksanierung Michael Kosian – 10.02.10
Jetzt müssen SPD und CDU Farbe bekennen, ob sie gegen den Willen der Nenndorfer Bevölkerung in Sachen Kurpark stimmen, oder endlich die längst fällige Sanierung beschließen, damit der freie Fall Nenndorfs gestoppt wird.Bis zu den Komunalwahlen 2011 wird die Entscheidung nachwirken. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
Kurpark c.daskiewicz – 10.02.10
Ich drücke der WGN beide Daumen...weil der Plan unterstützt werden muss. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar meldenDie Zukunft der Stadt Dr. Bernd Zimmermann – 10.02.10
Die Zukunft der Stadt steht auf dem Spiel, so könnte man das zusammenfassen.Aber wie wurde Frau Hültenschmidt ja die Tage zitiert: "Wir lassen und nicht unter Druck setzen" - ich denke die Entscheidung des VA heute wird "gegen" den Kurpark ausfallen. Wenn doch, umso besser. Auf diesen Kommentar antworten Kommentar melden
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