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Nenndorf Bekenntnis zu Nenndorf
Schaumburg Nenndorf Nenndorf Bekenntnis zu Nenndorf
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00:19 05.11.2017
Im Konzertsaal des Staatsbads Pyrmont informieren sich die Teilnehmer des Bädertages über künftige Schwerpunkte. Quelle: gus
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NENNDORF/PYRMONT

 Auf die Zukunft des Staatsbades angesprochen, bescheinigte Fischer, der auch Kurdirektor und Geschäftsführer in Bad Pyrmont ist, Bad Nenndorf „enormes Potenzial“ wegen seiner Lage an der Autobahn 2 und im Umfeld von Hannover. Als er seinen Posten vor gut zwei Jahren angetreten habe, sei sein Eindruck gewesen, dass es wenig Kooperation zwischen der Stadt und dem Staatsbad gab.

 Dies habe sich mittlerweile geändert. Der Kurbad-Status liege allerdings nicht allein in der Verantwortung des Staatsbades – und auch nicht nur in jener der Stadt. „Das fängt schon bei den Hoteliers an“, betonte Fischer.

Neue Verbands-Strategie

 Kooperationen waren auch ein Schwerpunkt des Bädertages, an dem Vertreter der 28 im Heilbäderverband Niedersachsen zusammengeschlossenen Kurorte aber auch Abgesandte des Heilbäderverbandes Deutschland teilnahmen. Mehrere Standorte sollen sich zusammenfinden und eigene thematische Ausrichtungen erarbeiten. Dies sei Teil der neuen Verbands-Strategie, wie dessen Vorsitzender Horst-Peter Hille erklärte.

 Der Leitsatz „Kur als Marke“ reiche nicht aus. Die Bäder sollen den Besuchern mehr bieten – ein soziales Umfeld mit Veranstaltungen. Auch Shopping sei ein bedeutender Faktor. Ein immer wichtiger werdendes Thema auf dem Sektor der Heilmedizin, der zunehmend auch ausländische Konkurrenz bekomme, ist laut Hille die Schlaf-Therapie.

 Fischer betonte, dass sich die Kurorte ab dem kommenden Jahr zunehmend Kooperationspartner suchen werden, um zusätzliche Themenfelder zu erarbeiten. Als Beispiel nannte er Universitäten als Partner. Trotz des Zieles, die Angebote zu erweitern, sei es kein Widerspruch, dass das Staatsbad die Therme an die Stadt übertragen möchte. „Die Einrichtung bleibt ja – es handelt sich nur um einen Betreiberwechsel“, so Fischer.

 Im Landesverband herrsche Einigkeit dahingehend, dass die Heilmittel – in Nenndorf also das Solewasser und der Moorschlamm – die wichtigsten Aspekte sind. Es handele sich um „die Schätze“ der Bäder. „Heilmittel sind wirksamer als mancher teure Pharma-Quatsch“, betonte Fischer.

Steigende Gästezahlen

 Die Gästezahlen seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen, zuletzt um zehn bis 15 Prozent. Dies bringe auch den Kommunen etwas, es handele sich um echte Wertschöpfung. Brigitte Goertz-Meissner, Präsidentin des Heilbäderverbandes Deutschland, ergänzte, dass die zertifizierten Heilbäder bundesweit pro Jahr insgesamt 25 Milliarden Euro Umsatz machen. Dies bedeute eine Stärkung vor allem des ländlichen Raums.

 Im Landesverband Niedersachsen sind 28 hochprädikatisierte Kurbäder zusammengeschlossen. Insgesamt gibt es 40 Kurorte. Die Luftkurorte eingeschlossen sind es 110. Auch für deren Belange ist der Landesverband zuständig. gus

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