Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Sprühregen

Navigation:
Der Wall-Kampf ist eröffnet

Lärmschutz für Algesdorf gefordert Der Wall-Kampf ist eröffnet

Diskussionen hat bei der Infoveranstaltung zum B65-Ausbau in Bad Nenndorf die Nachricht ausgelöst, dass der Lärmschutzwall im Bereich Hinter den Höfen nicht mehr standfähig ist und entfernt werden müsse. Dann benötige die Siedlung mehr Lärmschutz an der neuen Trasse, folgerte Stadtdirektor Mike Schmidt.

Voriger Artikel
Angst vor hohem Getier
Nächster Artikel
Ruhe vor dem Sturm

Standfest oder baufällig? Der Zustand des Lärmschutzwalls bei Bad Nenndorf hat Diskussionen ausgelöst.

Quelle: gus

Nenndorf/Rodenberg. Ute Weiner-Kohl, stellvertretende Leiterin der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln, erwiderte, dass ihre Mitarbeiter von der aktuellen Situation ausgehen müssen. Fritz Klebe, Leiter des Kreisbauamtes, ergänzte, dass die Stadt den Wall nicht wegnehmen könne, ohne dies im vom Kreis genehmigungspflichtigen Bebauungsplan zu ändern.

Wer künftig den Lärmschutz für den Siedlungsbereich gewährleistet, blieb offen. Im Anschluss an das Plenum tauschten sich Markus Brockmann, Leiter der Landesbehörde in Hameln, und Schmidt noch einmal kurz aus. Dabei betonte Brockmann, ihm sei neu, dass der Wall einsturzgefährdet ist. Er bezweifelte dies auch – nun soll der Zustand des Konstrukts untersucht werden.

Unmut hatte sich am Montagabend auch geregt, weil offenbar an der Bückethaler Landwehr kein Lärmschutzwall entstehen soll. Dessen Notwendigkeiten sei Berechnungen zufolge unnötig. Plante die Landesbehörde solch ein Bauwerk ein, würde es vom Bund aus Kostengründen gestrichen, lautete die Begründung.

Auch Rodenbergs Samtgemeindebürgermeister, Georg Hudalla, machte sich stark für Lärmschutz, und zwar mit Blick auf Algesdorf. Er plädierte zudem für die Verwendung von Flüster-Asphalt. Dieses Material eigne sich mehr für Autobahnen, lautete die Replik Weiner-Kohls.

Gesamtkosten belaufen sich auf 35,6 Millionen Euro

Das Thema „Landfraß“ sprachen der Rodenberger Landwirt Jürgen Wulf und Hudalla gleichermaßen an, doch Weiner-Kohl sagte, es gehe nicht ohne. Etwa 40 Hektar müssen für den Ausbau wohl von Landwirten gekauft werden. Wulf erkundigte sich auch nach den Grunderwerbsverhandlungen. Weiner-Kohl: Dazu wird ein Flurbereinigungsverfahren eingeleitet.

Die Gesamtkosten bezifferte die Landesbehörde allein für den Nenndorf/Rodenberger Abschnitt auf 35,6 Millionen Euro. Wie sich diese Summe ab jetzt bis zur Realisierung noch verändern könnte, wollte Bad Nenndorfs Bürgermeisterin Marlies Matthias wissen. Dies konnte Weiner-Kohl jedoch nicht einschätzen.

Über all diese Punkte soll in den kommenden Monaten noch eingehend diskutiert werden. Zwar bezeichnete Weiner-Kohl die Planungen als vorerst abgeschlossen, es sei aber noch Spielraum für Veränderungen in manchen Bereichen.

Landrat Jörg Farr sagte im Schlusswort, er könne die Bedenken hinsichtlich des Lärmschutzes verstehen. Er schlug vor, alle Anregungen mit Vertretern der Nenndorfer und Rodenberger Verwaltung durchzuspielen. Die Baupläne sind im Kreishaus in Stadthagen für jedermann einsehbar, erklärte Bernd Hugo vom Kreisbauamt. Der Diskurs um den 2+1-Ausbau hat also gerade erst begonnen.  gus

Kommentar

Lärmschutz hat Priorität

Der Lärmschutzwall für die Bückethaler Landwehr ist keineswegs ein Luxus, den die Planer des B 65-Ausbaus den dortigen Anwohnern möglicherweise gönnen sollten. Solch ein Konstrukt ist eine glasklare Pflichtaufgabe und fiele bei 35,6 Millionen Euro Baukosten überhaupt nicht ins Gewicht. Schon jetzt leiden die Menschen dort unter dem Lärm, den B 65 und A 2 emittieren. Dürfen die Autos auf der Bundesstraße künftig 30 Kilometer pro Stunde schneller fahren, wäre der Zustand kaum mehr erträglich. Zudem soll der Verkehr noch zunehmen. Wer vorausschauend plant, kommt um aktiven Lärmschutz also gar nicht herum. Klar ist aber auch dies: Sollte der Wall im Bereich Hinter den Höfen marode sein, muss der Eigentümer ihn sanieren – die Stadt Bad Nenndorf.

Von Guido Scholl

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben
Mehr zum Artikel
Stadt soll drei Millionen Euro zahlen

Die Pläne für den B65-Ausbau hat der Bauausschuss der Stadt Bad Nenndorf am Montag ausgesprochen kritisch bewertet. Aus den Reihen der 40 Zuhörer war kaum Positives zu vernehmen. Besonderes Ärgernis: Die Stadt soll nun mit drei Millionen Euro statt der vereinbarten 1,3 Millionen Euro beteiligt werden.

mehr

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Schaumburg