Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 0 ° Schneeregen

Navigation:
Neubau statt „Krieg“

Umschwung im Rat Neubau statt „Krieg“

Das Projekt Dorfgemeinschaftshaus soll nun doch nicht gegenüber dem Garten der Sinne, sondern auf dem Sportgelände realisiert werden. Dies ist das Ergebnis einer Präsentation aktueller Vorhaben der Dorfgemeinschaft Rehren.

Voriger Artikel
Bei den Herren sieht es mau aus
Nächster Artikel
Mini-Expo mit „Recken“ und 96

Die Scheune wird nicht saniert.

Quelle: r

Rehren. Das Gemeinschaftshaus trug bereits den Arbeitstitel „Scheune der Gemeinsam-Zeiten“. Der ist nun wohl obsolet. Die Ratsgruppe CDU/WGN verweigert dem Dorferneuerungsprojekt in der bisher diskutierten Form die Zustimmung. Bürgermeister Cord Lattwesen erklärte, dass Vereine der Gemeinde Hohnhorst Widerstand gegen den Standort gegenüber dem Garten der Sinne leisten.

Daher habe er eine Alternative vorgeschlagen, wonach das Gebäude direkt neben dem Sportheim entstünde. Somit würde neu gebaut – bislang war der Umbau einer Scheune angedacht gewesen. Deren Platz gefiel offenbar auch vielen Rehrenern nicht, weil das neue Zentrum fernab anderer Veranstaltungsorte wie Landjugendhaus und Sportheim errichtet würde. Lattwesen sei gesagt worden, „dass es Krieg gibt, wenn das so durchkommt“. Ratsfrau Marion Grages sagte, die SPD stehe dennoch zum bisherigen Plan. So äußerten sich auch andere Mitglieder der Dorfgemeinschaft. Der MTV Rehren würde die neue Lösung akzeptieren, hieß es.

Nach Worten Ingrid Möllers, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, kam die Entwicklung überraschend. Sie bezeichnete es als ärgerlich, dass wohl monatelang vergebliche Arbeit geleistet worden ist. Unklar ist, ob für einen Neubau überhaupt Fördergeld flösse. Denn im Dorferneuerungsprogramm gibt es vor allem für den Erhalt bestehender Gebäude Zuschüsse. Möller zufolge gibt es Ausnahmen für Neubauten, die sich in bestehende Ensembles einfügen. Lattwesen rechnet mit Baukosten um 400000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde betrüge etwa 220000 Euro. Lattwesen mochte der Dorfgemeinschaft aber nicht versprechen, dass die Summe in den nächsten Etat eingestellt wird. 2017 gehe es erst einmal um die Feinplanung, zudem sei es Sache der politischen Gremien, die Summe festzulegen. Der Scheunenumbau wird mit 800000 Euro taxiert.

Wolfgang Lehrke kritisierte den Umschwung im Rat, der sich gegen ein bereits gefasstes Votum richte. Doch es gab auch Zustimmung zu der neuen Variante, die als Chance wahrgenommen wurde, ein echtes Dorfgemeinschaftszentrum zu schaffen. Nach wie vor sollen auch Einwohner anderer Gemeindeteile das Dorfgemeinschaftshaus nutzen können. Möller erläuterte, dass der Arbeitskreis Dorferneuerung nun entsprechende Änderungen beim Amt für Landentwicklung genehmigen lassen muss. Der weitere Fahrplan, den die Versammlung mit 24:2 Stimmen bei sieben Enthaltungen beschloss: Einen Entwurf für den Neubau erstellen, die Kosten ermitteln und einen Förderantrag formulieren. gus

Pflicht geht vor

Ein Kommentar von Guido Scholl

Der Frust bei den Befürwortern der Scheunensanierung ist verständlich – ein verschenktes Jahr und ehrenamtliche Arbeit für den Papierkorb sind zu beklagen. Doch die Entscheidung für die wohl günstigere Neubauvariante ist gut. Eine Gemeinde wie Hohnhorst, die sich jede Straßensanierung zweimal überlegt, kann schlecht 800000 Euro für ein Dorfgemeinschaftshaus hinblättern. Selbst abzüglich des Fördergelds steckte die Kommune bei der Summe genug öffentliches Geld für zwei Straßen in das Projekt. Wird das Haus halb so teuer, könnte Hohnhorst also theoretisch eine Straße mehr sanieren. Und dies ist eine Pflichtaufgabe – ein Dorfgemeinschaftshaus ist die Kür.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Online suchen, Angebot finden, einkaufen gehen: Das steckt in Kurzform hinter „Kauf hier – lokal & digital“. Eine Auswahl aktueller und preislich besonders attraktiver Produkte finden Interessierte stets auf unserer Homepage... mehr

Eine gute Tradition findet regelmäßig ihre Fortsetzung – die „Aktion Weihnachtshilfe“. In der Vorweihnachtszeit rufen die Schaumburger Nachrichten unter dem Motto „Schaumburger helfen Schaumburgern“ jedes Jahr zu Spenden für bedürftige Menschen im Landkreis auf. mehr

Schaumburg