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Nenndorf Radbach-Treff: Kein Stillstand beim Leerstand
Schaumburg Nenndorf Nenndorf Radbach-Treff: Kein Stillstand beim Leerstand
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00:21 02.04.2018
Der MTV Waltringhausen darf den Radbach-Treff derzeit nicht vermieten. Quelle: lht
Waltringhausen

Anfang 2016 lief das Pachtverhältnis aus. Um den Wegfall der Einnahmen zu kompensieren, stellte der MTV den Antrag, Sportheim und Radbach-Treff vermieten zu dürfen. Im Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur der Stadt Bad Nenndorf wurde im Juni 2017 zunächst eine Empfehlung ausgesprochen, den Antrag zu genehmigen. Der Verwaltungsausschuss kassierte diese Entscheidung jedoch einige Wochen später. Dieser tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

„Diese Haltung der Politik ist für uns unverständlich, zumal es keine echte Begründung für diese Ablehnung gab“, monierte Lohmann. Nach einigen Gesprächen habe die Vorsitzende lediglich die Information bekommen, es solle „kein zweites Dorfgemeinschaftshaus installiert werden“, erklärte sie.

Schädigend für die Gastronomie?

„Es sollte und muss jedem klar sein, dass eine Feiergesellschaft, die es auf sich nimmt, Tische und Stühle und Dekoration selbst herzuschaffen – und hinterher das Ganze auch noch aufräumen muss – nicht die typischen Gaststätten-Feierer sind, sondern sich eben diese günstige Alternative suchen“, argumentierte Lohmann. Diese würden sie sich sonst woanders suchen.

Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt warb um Verständnis dafür, dass aus diesem Gremium nicht detailliert berichtet werden könne. Deshalb sei dem MTV nur das Ergebnis der Debatte mitgeteilt worden.

Grundsätzlich wurde von der Politik diskutiert, dass sich Dorfgemeinschaftshäuser mitunter schädlich auf die Gastronomie auswirken, erklärt der Stadtdirektor. Im Falle des Radbach-Treffs gab es aber noch einen zweiten Kritikpunkt: Lärm-Beschwerden in der Vergangenheit. Die Politik sei sich einig gewesen, dass es an der Stelle keine „Party-Location größeren Ausmaßes geben soll“, schilderte Schmidt. Und zwar zum Schutz der Anwohner. Deshalb habe sich die Politik dazu entschlossen, das Sportheim, in das 30 bis 40 Personen passen, zuzulassen. Nicht aber den Radbach-Treff, in dem es schon Feiern mit einigen Hundert Gästen gab. Dem wolle man sich verschließen.

Leerstand auch für Stadt von Nachteil

Allerdings ist der Beschluss im Verwaltungsausschuss „denkbar knapp“ ausgefallen, sagte Schmidt. Er wolle noch einmal auf den MTV zugehen, um gemeinsam nach einer Kompromisslösung zu suchen. Schmidt erklärte sich mit der aktuellen Situation auch nicht zufrieden. Schließlich gehören die Räume der Stadt. „Die können wir nicht leer stehen lassen“, appellierte er.

Bislang habe der MTV Waltringhausen seine Kosten durch die Pachteinnahmen selbst gedeckt. Wenn der Verein das nicht mehr selbst mit aufbringen kann, sitzt die Stadt mit im Boot. göt