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Stumme Zeugen erster Christen

Rieher Pumpenfest Stumme Zeugen erster Christen

Dem Lindenbrink ist die diesjährige Ausstellung beim Rieher Pumpenfest gewidmet. Dazu lädt der Verein „Glück Auf“ Riehe für Sonnabend, 5. August, auf das Gelände an der Pumpe ein. Beginn ist um 14.30 Uhr.

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Mitglieder des Arbeitskreises Heimatgeschichte haben den Lindenbrink 2012 und 2016 ganz genau unter die Lupe genommen.

Quelle: pr.

RIEHE. Beim Lindenbrink handelt es sich um eine kleine Erhebung südwestlich von Riehe. Dort befand sich einst eine frühmittelalterliche Siedlung am alten Hellweg, wo mutmaßlich die ersten Christen im nördlichen Schaumburg heimisch waren. Der Arbeitskreis Heimatgeschichte hat dort nach Angaben von Ralf Schröder erstaunliches gefunden.

„Die Wahl des Lindenbrinks als Siedlungsplatz liegt nahe. In früheren Zeitepochen siedelten die Menschen vorzugsweise auf fruchtbaren Böden und überflutungssicheren Rändern von Wasserläufen“, schreibt Schröder in einer Pressemitteilung. Auch die direkte Lage in unmittelbarer Nähe zu einem in Ostwest-Richtung verlaufenden Handels- und Heerweg, dem „Hellweg vor dem Santforde“, dürfte eine wichtige Rolle bei der Auswahl des Geländes gespielt haben.

Diese Indizien weckten beim Arbeitskreis Heimatgeschichte im Jahr 2012 die Neugier, den Lindenbrink genauer zu untersuchen. Dort fanden die Mitglieder zunächst viele Scherben aus der Neuzeit, die jedoch üblicherweise über den Weg der Mistdüngung auf Felder gelangen. Doch der ehrenamtlich Beauftragte für die archäologische Denkmalpflege des Landkreises Schaumburg, Ronald Reimann, machte darunter auch ein paar Scherben der sogenannten blau-grauen Ware aus dem Mittelalter aus. Dies gab den Anstoß für eine erneute Inspektion Anfang 2016.

Die daraus resultierende hohe Dichte an mittelalterlichen Scherben ließ Reimann eine Besiedlung vermuten, und weitere Begehungen nach der Maisernte sollten diese Vermutung unterstützen. Erstaunliche Metallgegenstände waren das Ergebnis: Frühmittelalterliche Kreuzscheibenfibeln und andere Funde mit christlichen Symbolik. „Etwas Vergleichbares ist bisher – außer in Stadthagen – im nördlichen Bereich des Landkreises Schaumburg noch nicht gefunden worden“, streicht Schröder heraus.

Die Funde sein der Zeit Karl des Großen zuzuordnen und somit der Christianisierung der Sachsen durch die Franken. Ein Objekt sei besonders hervorzuheben: ein vergoldeter Pferdegeschirranhänger mit einer Greifendarstellung aus dem 12./13. Jahrhundert. Ein Greif ist ein Fabelwesen.

„Einige dieser stummen Zeugen unserer Vergangenheit werden bei der Ausstellung präsentiert, und wir sind gespannt, was weitere Begehungen an Funden ergeben und wie das gesamte Fundmaterial dann wissenschaftlich zu interpretieren ist“, so Schröder.

Während der Pumpenfete wird zudem eine Archäologischen Sprechstunde für die Bestimmung mitgebrachter archäologischen Funde angeboten.

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