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Absetzungs-Bitte war Tiefpunkt

St. Maria vom Heiligen Rosenkranz Absetzungs-Bitte war Tiefpunkt

Peter-Paul König, der als Mediator im Zwist zwischen Pfarrer Peter Gerloff und den Gemeindegremien von St. Maria fungiert hatte, sieht das Schlichtungsverfahren nicht als gescheitert an. Ziel sei es nicht gewesen, den Geistlichen, der bereits im Januar um Entpflichtung gebeten habe, unbedingt in Bad Nenndorf zu halten. Es gehe darum, die bestehenden Konflikte zu befrieden.

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Nenndorf/Rodenberg. In erster Linie wollte König nach vorn blicken, nicht etwa zurück. Doch ganz ohne Rückblick kam der Mediator nicht aus. Etwa 100 Telefonate und weitere Gespräche persönlich geführt. Nicht eindeutig zu beantworten gewesen sei diese Frage: Waren die Altlasten ausschlaggebend für die Auseinandersetzung oder das Konfliktverhalten des Pfarrers? Ein Entweder/oder gebe es nicht. Auch die Ära von Pfarrer Adalbert Bonk spiele noch mit in den Streit hinein, ebenso der Aspekt möglicher Fusionen, sprich: Kirchenschließungen.

Der Begriff „Rodenberger“ sei zum Stigma geraten, wobei König einräumte, dass mancher auch während des Zwists zum „Rodenberger“ geworden sei – aus Frust über die verhärteten Fronten. Den Grad der Eskalation habe er, König, als hoch aufgefasst, es könne auch von Feindseligkeit gesprochen werden. Dabei gebe es eigentlich gar keine Substanz für eine derart scharfe Auseinandersetzung.

Es habe sogar eine gute Entwicklung während der Mediation gegeben. Doch als Gerloff vor einer Sitzung des Pfarrgemeinderats beim Bistum um die Absetzung des Vorsitzenden dieses Gremiums gebeten habe, sei die Erkenntnis gereift, dass eine Schlichtung keinen Sinn macht. Gerloff habe seine Bitte später widerrufen.
König sagte, die Gemeinde habe einen schweren Weg hinter sich, und er hoffe, sie werde diesen Konflikt überstehen. Positiv zu bewerten sei der Umstand, dass das Bistum bereits jetzt einen neuen Pfarrer bestellt hat. „Jetzt ist der Augenblick für einen Auftakt“, insistierte König.

Ein Gemeindemitglied kritisierte die Informationspolitik. Die Gemeinde sei erst über die Situation unterrichtet worden, „als alles schon den Bach ’runter ging.“ Dies unterstützte eine weitere Zuhörerin. Und eine andere Frau ergänzte: „Wir sind mündige Christen, wir wollen informiert werden.“ Es bestehe die Gefahr, dass der neue Pfarrer an denselben Konflikten scheitert.

Eine Zuhörerin bat um die Fortsetzung des Mediationsverfahrens. Das Grundproblem existiere schon lange, und es laute „Nenndorf gegen Rodenberg“. Auch König sprach von starker Polarisierung. „Die bewusste Spaltung muss aufhören. Wir sind eine Gemeinde“, lautete eine weitere Forderung.

Mehrere Redner setzten auf Aussöhnung. Walter Lang, Vorsitzender der Männergemeinschaft, schlug gemeinsame Anbetungen an einem Ort vor. Dies befürwortete auch König. Stephan Grahammer vom Bistum warnte vor zu großen Erwartungen an den neuen Pfarrer, Michael Lerche. Dieser sei nicht Jesus, er könne die alten Konflikte sicher nicht allein lösen. Das Bistum will die Gemeinde nun weiter beraten (wir berichteten).

Einer schweigt: Pfarrer Gerloff hat zu dem Streit und seiner fragwürdigen Rolle darin nach wie vor öffentlich nicht Stellung genommen. gus

http://www.sn-online.de/Schaumburg/Nenndorf/Nenndorf/Pfarrer-Peter-Gerloff-geht-im-Streit

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