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Beirat sorgt sich um Heimbewohner

Zu wenig Personal, zu viel Arbeit Beirat sorgt sich um Heimbewohner

Die Zustände in Pflegeheimen sind nach Wahrnehmung des Behinderten- und Seniorenbeirats der Samtgemeinde Nenndorf stark verbesserungswürdig. Dieser Umstand hat zu einer Diskussion um die Entsendung von Heimfürsprechern gesorgt.

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Samtgemeinde Nenndorf (gus).  Bei ihren Ausführungen stützten sich die Beiratsmitglieder auf eigene Erfahrungen und Berichte von Bekannten und Verwandten.

 Menschen mit ortsnahen Angehörigen werden in Pflegeheimen vorgezogen, weil Angehörige sie besuchen, hieß es. „Andere liegen im Urin bis zum Hals, sind aber nicht dran“, sagte Wilfried Koch. Der Bad Nenndorfer verwies zudem auf den hohen Verwaltungsaufwand des Pflegepersonals. Dieses müsse teils für jeden bettlägerigen Bewohner festhalten, wann dieser einen Apfel gegessen oder einen Schluck getrunken hat.

 Dieser Kritik pflichteten Siegfried Kreft und Vorsitzender Klaus-Dieter Salzbrunn bei. Es gebe erhebliche Missstände in der Pflege. Den Betreibern der Heime gehe es ums Geldverdienen. „Wie gut die Qualität der Pflege ist, das kommt an dritter oder vierter Stelle“, so Kreft.

 Elke Mayer, Vorsitzende des SoVD-Ortsvereins Nenndorf, gab beiden im Grundsatz recht. Allerdings sei der Knackpunkt die notorische Unterbesetzung beim Personal. Die Pfleger und Pflegerinnen hätten schlichtweg zu wenig Zeit für ihre Arbeit. Die Dokumentationspflicht des Essens wiederum diene auch der Absicherung des Personals. Denn es gehe dabei um Überprüfungen wichtiger körperlicher Aspekte wie beispielsweise die Nierenfunktion.

 Im Laufe der Debatte kam die Idee auf, Heimfürsprecher oder einen mehrköpfigen Heimbeirat aus den eigenen Reihen aufzustellen, die sich für die Belange der Heimbewohner einsetzen. Solch eine Möglichkeit sehe das Pflegegesetz vor, Heime seien aber nicht verpflichtet, einen Fürsprecher zu benennen.

 Allerdings witterten die Mitglieder des Behinderten- und Seniorenbeirates auch Probleme: Die Fürsprecher müssten sich dann um alle Heime innerhalb der Samtgemeinde kümmern. Und kaum jemand im Beirat ist ausgewiesener Experte – mit Ausnahme Edeltraut Benthins, die früher in einem Pflegeheim beschäftigt war.

 Möglicherweise könnten auch externe Kandidaten als Heimfürsprecher gefunden werden. Mayer sagte die Hilfe des SoVD zu, doch auch sie äußerte Vorbehalte wegen eventueller rechtlicher Fußangeln. Heimfürsprecher nehmen Aufgaben für die jeweiligen Pflegeeinrichtungen wahr und könnten als Mitglieder des SoVD und des Seniorenbeirates in Interessenkonflikte geraten. Ein weiteres Problem stellt die Häufigkeit der Besuche pro Heim dar.

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