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Die Not des Mannes in einer Frauenwelt

Fehlende Toiletten Die Not des Mannes in einer Frauenwelt

Die Männerwelt ist nicht mehr dieselbe, seit Frauen auf Gleichberechtigung pochen. Allerdings fordern zunehmend auch Männer mehr Rücksicht auf eigene Belange ein.

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Männertoiletten inklusive Urinalen sind in Kitas eine Seltenheit.

Quelle: gus

Samtgemeinde Nenndorf. So auch im Jugendausschuss der Samtgemeinde Nenndorf, wo der Grünen-Politiker Heiner Wrede separate Toiletten für Männlein und Weiblein gefordert hat.

 Denn so sehr es gesellschaftlich gewollt ist, Berufsbilder vom Geschlecht der Arbeitnehmer abzulösen, sind manche Domänen weiterhin unverändert in der Hand der einen oder der anderen „Seite“. Ein Beispiel ist der Beruf der Erzieherin – in den Kitas kümmern sich auch heute noch immer vornehmlich Frauen um das Wohl der Kinder. Auf der Personaltoilette drohen daher auch kaum peinliche Begegnungen. Sollte man meinen.

 Doch Wrede – verheiratet mit der Leiterin der Kita Bahnhofstraße, Johanna Behling-Wrede, – gehört zu den Ehemännern, die den Worten ihrer Gattinnen Gehör schenken. Und so erfuhr er davon, dass seit längerer Zeit ein Praktikant in der Kita beschäftigt ist, der Erzieher werden möchte. Eine Männertoilette gibt es dort aber nicht.

 Wrede sieht nicht nur wegen dieses (Noch-)Einzelfalls Handlungsbedarf. Er regte an, Männer- und Frauentoiletten in allen Nenndorfer Kindertagesstätten einzurichten. Denn auch bei Elternabenden und Elternratstreffen seien Männer zugegen, die dann die Personaltoilette benutzen müssen, die eigentlich nur für Frauen gedacht sei. Und Handwerker – noch immer meist männlich – sind ebenfalls ab und zu im Haus.

 Im Ausschuss wurde das Thema nicht weiter vertieft. Einige Politiker ulkten lediglich herum – auch Männer könnten sich schließlich beim Urinieren hinsetzen, hieß es. Zuvor hatte Wrede darauf hingewiesen, dass Frauen nicht unbedingt scharf darauf sein dürften, auf eine Toilette zu gehen, die unmittelbar zuvor ein Mann benutzt habe.

 Doch wer weiß, ob die übrigen Ausschussmitglieder nicht die Rechnung ohne die Ministerin gemacht haben. Denn das Kultusministerium wirbt für mehr Männer in den Kitas. In 2012 lag die Quote der männlichen Erzieher in Niedersachsen bei 3,2 Prozent. Kultusministerin Frauke Heiligenstadt führte in einem Vorstoß im Jahr 2013 das Rollenvorbild des Mannes an, das im Kita-Alltag meist fehle. Sollten die Männer ihrem Aufruf folgen, wird es unweigerlich auch getrennte Toiletten geben müssen.

 Wrede weiß übrigens ganz genau, wie schnell sich eine Männerdomäne Frauen öffnen kann. Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2013 war er im Männerberuf Förster tätig. Als er in den Ruhestand ging, folgte auf seinem Posten mit Astrid Platte eine Frau. gus

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