Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -8 ° wolkig

Navigation:
Eine Million wandert ins „Klo“

Abwasserversorgung kostet Eine Million wandert ins „Klo“

Tief in die Tasche muss die Samtgemeinde Nenndorf für die Pumpwerke in Riepen, Ohndorf und Kreuzriehe greifen, damit die Abwasserversorgung der Nordgemeinden nicht den Bach runtergeht.

Voriger Artikel
Antrag auf Kostenaufteilung abgelehnt
Nächster Artikel
Verwirrung um Verbindungswege

Von außen sieht die Pumpstation in Riepen noch robust aus. Das Innenleben ist jedoch schon extrem marode.

Quelle: kle

Samtgemeinde Nenndorf. Insgesamt fast eine Million Euro – verteilt auf zwei Haushaltsjahre – muss die Samtgemeinde ausgeben, um das Leitungssystem, das zur Kläranlage nach Bad Nenndorf führt, wieder auf Vordermann zu bringen.

 Aktuell funktioniert das Abwassersystem folgendermaßen: Seit die Kläranlage in Riepen stillgelegt wurde, wird das Abwasser von dort über eine Pumpstation weiter zum Pumpwerk in Ohndorf geleitet. Über eine weitere Zwischenstation in Kreuzriehe gelangt das Abwasser nach Bad Nenndorf. Dieses System offenbart inzwischen allerdings ein paar ziemlich große Probleme.

 Zum einen sind die betreffenden Anlagen schon ziemlich in die Jahre gekommen. Die Station in Riepen beginnt bereits, sich zu zersetzen, und muss dringend erneuert werden. Zum anderen hat der „Zwischenstopp“ in Ohndorf den Nachteil, dass die dortige Station nicht so viel Wasser verarbeiten und leiten kann, wie Riepen. Wird die Wassermenge von dort zu groß, beispielsweise bei Starkregen, muss die Riepener Station sogar abgestellt werden, da das Ohndorfer Pumpwerk sonst heillos überfordert wäre. Aufgrund der relativ geringen Leistungsfähigkeit komme es bei Ohndorf ohnehin schon leicht zu Überflutungen.

 In einer Sitzung des Nenndorfer Wirtschaftsausschusses stellte Wolfgang Bühler vom Ingenieurbüro „ifa consult“ die Optionen für die Erneuerung des Systems vor. Das abschließende Ziel sollte sein, die Pumpwerke in Riepen und Ohndorf unabhängig voneinander laufen zu lassen, also die neuen Druckrohrleitungen so anzulegen und zu verbinden, dass das Abwasser aus Riepen nicht mehr durch das Werk in Ohndorf hindurch muss, sondern quasi daran vorbei fließt. Beide Leitungen würden dann auf direktem Wege nach Bad Nenndorf führen, sodass die letzte Zwischenstation in Kreuzriehe ganz abgeschafft werden kann.

 Der erste Schritt auf diesem Weg ist die Modernisierung der Pumpanlage in Riepen für rund 323.000 Euro. Die aktuelle Systematik, in der Zulauf und Ablauf sich immer abwechseln müssen, soll einer praktischeren Variante weichen, bei der das Abwasser kontinuierlich gefördert werden kann. Das bisherige System sei für heutige Standards kontraproduktiv, bei großen Mengen komme es schnell zum Rückstau. „Früher hatte man einfach mit anderen Mengen an eingehendem Abwasser gerechnet“, erklärte Bühler. Zweiter Schritt ist die Umstrukturierung und Sanierung im Pumpwerk Ohndorf, das dann nach der gleichen Systematik funktionieren soll wie das neue in Riepen. Kostenfaktor: 336.000 Euro. Zuletzt sollen die kompletten Druckrohrleitungen dem Plan entsprechend neu angelegt werden. Die Kosten liegen bei 338.000 Euro.

 Ursprünglich war vorgesehen, 2016 den ersten Schritt vorzunehmen, 2017 sollten die Schritte zwei und drei folgen. Werner Bövers (CDU) wandte ein, dass es für ihn nur wenig Sinn mache, nur Riepen auszubauen, während in Ohndorf alles beim Alten bleibe. Denn bis zum Abschluss von Schritt drei werden beide Pumpwerke aneinander gekoppelt bleiben. Er schlug deshalb vor, 2016 gleich 656.000 Euro zu investieren, damit für 2017 nur noch die neuen Leitungen bleiben. Der Ausschuss schloss sich mit großer Mehrheit an.

 Wie sich diese immense Investition auf die Abwassergebühren auswirkt, konnte die Verwaltung aber noch nicht sagen. kle

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Möchten Sie uns zu diesem Artikel Ihre Meinung sagen? Dann schicken Sie uns einen Leserbrief.

Leserbrief schreiben

Unternehmen quer durch alle Branchen haben sich auch in diesem Jahr wieder an der Aktion der Lions Clubs beteiligt, deren Erlös auch der „Weihnachtshilfe“ der Schaumburger Nachrichten zugute kommt. Hier finden Sie ab dem 1. Dezember die täglich aktuellen Gewinnnummern. mehr

In Ruhe einkaufen, erholsam Urlaub machen, in die Stadtgeschichte eintauchen oder einfach mal in einem der vielen Restaurants und Kneipen die Seele baumeln lassen. Lernen Sie Stadthagen von einer ganz anderen Seite und auf ganz besondere Weise kennen. mehr

Schaumburg