Samtgemeinde Nenndorf. Nach fast einem Jahr im Amt hat er seinen Besuch bei der Arbeitsgemeinschaft 60 plus der SPD Nenndorf im Gasthaus Hattendorf für eine Jahresbilanz genutzt.
Außer Jobcenter, Gesamtklinikum und Klimaschutz stand der Wunsch nach Mobilität im ländlichen Raum im Fokus. In Schaumburg herrsche eine absurde Situation mit vielen Tarifbrüchen auf der Bahnstrecke, so Farr. Eine Tageskarte im Großraum Hannover koste etwa sieben Euro. Die Nachbarn Haste und Bad Nenndorf gehören noch dazu. Für Fahrgäste aus anderen Bereichen von Schaumburg steigt der Preis für ein Ticket nach Hannover schnell auf das Dreifache.
Aus diesem Grund habe Farr in Gesprächen mit der Region Hannover angeschoben, das Tarifsystem des Verkehrsverbundes der Region Hannover (GVH) stufenweise auf Schaumburg zu übertragen. Ziel sei, den ganzen Landkreis zu einer weiteren Zone im GVH-Tarif zu machen. Ein kostspieliges Unterfangen. „Eine Komplettintegration von Schaumburg würde einen siebenstelligen Betrag kosten“, erklärte Farr. Der gewünschte Partner GVH habe großes Interesse signalisiert und Erhebungen gestartet. Mit ersten Ergebnissen und einem Angebot sei in Kürze zu rechnen, betonte der Landrat: „Für den GVH waren wir der Auslöser, jetzt einen größeren Ring um Hannover zu ziehen.“
Das Thema Schaumburg-Tarif beschäftigt den Landkreis schon lange. „Wir haben 13000 Menschen, die in Schaumburg leben und zur Arbeit auspendeln“, erklärte Farr, warum der Landkreis die Tickets sehr früh subventioniert habe: „Wer hier wohnt, zahlt hier Steuern.“ Das Konzept ging auf: „Wir waren schnell aus dem Zuzahlungsbereich raus“, berichtete Farr.
„Nachfrageorientiert“ laute das Zauberwort für die Zukunft. „Wir müssen auch die Busunternehmen dahin bringen, sich in diese Richtung zu orientieren“, so Farr weiter. Die Schülerbeförderung wurde bereits ausgebaut und schlägt im Kreishaushalt mit 7,5 Millionen Euro zu Buche. In Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr sei ein Ausbau des Anrufbus-Systems denkbar. Diese Angebote dürfen die bestehenden Buslinien jedoch nur ergänzen.
Auf Nachfrage aus dem Publikum stellte der Landrat auch eine direkte Verbindung von Nenndorf zum geplanten Gesamtklinikum in Aussicht.
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