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Samtgemeinde Nenndorf Förderverein für Jugendarbeit will wachsen
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Förderverein für Jugendarbeit will wachsen
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12:42 30.09.2018
Der Vorstand des Vereins zur Förderung der offenen Jugendarbeit will mehr Mitglieder werben. Quelle: Archiv
Samtgemeinde Nenndorf

Der Verein zur Förderung der offenen Jugendarbeit gehört zu jenen in der Kurstadt, der von den Einwohnern kaum wahrgenommen werden. Und das, obwohl die Gruppe für die Woki-Reihe verantwortlich zeichnet, an Veranstaltungen wie der Weltkindertagsfeier teilnimmt und eng mit dem Jugendzentrum (Juz) verknüpft ist. Mit dem Mauerblümchendasein soll es bald vorbei sein, wenn es nach dem Vorsitzenden Ingo Knieper geht.

Verein hat nur 17 Mitglieder

„Operativ zurückhaltend“ ist das zurückliegende Geschäftsjahr für den Verein verlaufen, so formulierte es Knieper bei der jüngsten Versammlung der Gruppe. Nun will der Vorstand das Blatt aber wenden, unter anderem mit einer Mitgliederoffensive. Nur 17 Zugehörige zählt der Verein, der immerhin die Schirmherrschaft über die Woki-Ferienspaß-Reihe innehat, aktuell. Dies ist Knieper eindeutig zu wenig.

„Ein Förderverein, der wirklich schlagkräftig agieren kann, lebt von seinen Mitgliedern“, sagte Knieper. Wachstum sei dringend nötig, wofür er sich gezielte Werbung auch durch die vorhandenen Mitglieder wünscht. Eine Homepage, die mit den Internetauftritten der Samtgemeinde und des Juz verlinkt werde, schlug dessen Leiter Moran Dzang vor.

Knieper war für ein Flugblatt, das für den Förderverein und auch dessen Internetseite wirbt. Die Kosten liegen bei 700 Euro; die Versammlung gab Knieper grünes Licht, einen Entwurf anzufordern. Ein Logo soll der Verein ebenfalls bekommen.

11.000 Euro Ausgaben für Woki-Aktionen

Die Woki-Aktionen haben die Kasse des Fördervereins zuletzt ein wenig geschröpft. Von 5800 auf 4300 Euro ist der Bestand des dafür vorgesehenen Kontos nach Einrechnung aller Einnahmen und Ausgaben geschrumpft. Die Aufwendungen betrugen in diesem Sommer mehr als 11.000 Euro. Die Woki wird über ein separates Konto des Vereins abgerechnet.

Eine Neuerung wird im kommenden Woki-Jahr wahrscheinlich darin bestehen, dass die Busfahrten nicht mehr zu 100 Prozent vom Förderverein bezuschusst werden. Juz-Leiter Dzang stellte einen Aufschlag in Höhe von zwei bis drei Euro pro Teilnehmer an den Ausflügen in Aussicht. Dies sei auch in Anbetracht des Kassenstands ratsam.

Im Juz ist die Besucherzahl wegen des Flüchtlingszuzuges angewachsen. Noch immer seien die Jungen und Mädchen bis 14 Jahren die Hauptnutzer der Einrichtung. Dass es an Schultagen im Juz nachmittags recht leer ist, liegt vor allem an den langen Unterrichtszeiten, so Dzang. Ferner verabreden sich Jugendliche meist spontan per WhatsApp, anstatt im Juz hereinzuschauen, um dort Gleichaltrige zu treffen. Das Internetcafé des Juz werde von den Besuchern gut wahrgenommen.

Verein profitiert von Kontakt zu anderen Institutionen

Vernetzungen bestehen vom Juz zum Sprachkurs für Willkommene und zu den Fußballabenden mit Flüchtlingen. Von seinen Kontakten profitierten viele Vereine und Institutionen in der Stadt, betonte Dzang. Die Ganztags-Ferienbetreuung unterstützt der Juz-Leiter zwar, organisatorisch habe er damit allerdings nichts mehr zu tun. Die Kinder werden im Jugendzentrum betreut, die Federführung liegt mittlerweile in anderen Händen.

Geklärt hat der Vorstand des Fördervereins seit der vorherigen Zusammenkunft, dass dieser laut Satzung nicht auf die Stadt Bad Nenndorf beschränkt ist. Somit stehe einer Ausweitung der Tätigkeiten auf die Nordgemeinden nichts mehr im Wege. Dies ist aus Dzangs Sicht auch deshalb sinnvoll, weil das Juz im Frühjahr von der Stadt an die Samtgemeinde übertragen wurde.

Von Guido Scholl