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Samtgemeinde Nenndorf Grüne treten auf die Wachstumsbremse
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Grüne treten auf die Wachstumsbremse
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14:29 07.06.2018
Mehr Wohnraum wird in der Samtgemeinde dringend benötigt. Quelle: Archiv
BAD NENNDORF

Sie wollen verhindern, dass allzu viel Fläche für zusätzliche Wohnbebauung verbraucht wird – vor allem in der Nähe der Kurstadt Bad Nenndorf. Reese hat einen empfindlichen Schwachpunkt in der Konzeptvorlage ausgemacht. Das Gewerbegebiet Gehrenbreite soll laut dem Papier insgesamt 1000 zusätzliche Arbeitsplätze nach Bad Nenndorf bringen. Der ehemalige  Samtgemeindebürgermeister hält diese Zahl für deutlich zu hoch gegriffen.

„Wenn wir in der Gehrenbreite 100 zusätzliche Arbeitsplätze bekommen, wäre das schon ein Erfolg“, gibt Reese zu bedenken. Denn darin seien keine Umsiedlungen bereits hier ansässiger Betriebe eingerechnet. Und somit geht er auch davon aus, dass der Bedarf an Wohnraum geringer ist als angenommen. Der Entwurf des Konzepts sieht zwei Szenarien vor: Eines für maximales Wachstum der Samtgemeinde und eines für ein eher geringes Wachstum. 35 Hektar beziehungsweise rund 20 Hektar Wohnbaufläche sollen in den genannten Fällen ausgewiesen werden. Die Grünen optieren für die kleinere Zahl.

Flächen nur einmal zu vergeben

„Die Flächen können nur einmal verbraucht werden“, gibt Hennemann-Kreikenbohm zu bedenken. Und die Innenentwicklung – sprich: das Schließen innerörtlicher Baulücken – habe laut Raumordnung ohnehin Vorrang. Den meisten zusätzlichen Wohnraum dürfte Bad Nenndorf zugeschrieben bekommen, glaubt Reese (siehe Bericht unten). Doch manche der neuen Arbeitnehmer würden wohl auch in den umliegenden Gemeinden leben wollen, zumal Bauland dort erheblich günstiger ist als in der Kurstadt.

Auch einige weitere Annahmen im Zusammenhang mit dem Wohnraum-Konzept, das das kommunale Wachstum regeln und sicherstellen soll, halten die Grünen für reichlich optimistisch. „Wie groß die zusätzlichen Steuereinnahmen durch die Zuzüge wirklich ausfallen, muss man erst mal abwarten“, nennt Reese ein Beispiel.

Mietshäuser zu bauen, sollte ebenfalls eine Vorgabe sein, denn dabei ist der Flächenverbrauch pro Wohneinheit geringer als bei Einfamilienhäusern. Auch günstiger Wohnraum wird benötigt. Lescher rät zu einer zielgruppenspezifischen Betrachtung. Reihenhäuser wären beispielsweise eine gute Alternative. Junge Familien werde man schließlich kaum in Mietwohnungen unterbringen. Andererseits glaubt Hennemann-Kreikenbohm, dass auch weniger gut betuchte Familien sich gern im Speckgürtel der Region Hannover ansiedeln wollen und nicht gleich ein Haus bauen können.

Ein Wunsch der Grünen ist ein autofreier Wohnbereich. Das Problem ist dabei laut Reese, dass dies in der Nähe des Bahnhofs nicht realisierbar sein wird. Und dort wäre der beste Standort für unmotorisierte Bürger. Auch wenn dieses Ziel auf Skepsis stoßen dürfte – die Grünen wollen zumindest darüber diskutieren.