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Im Schatten der Kurstadt

Raumordnungsprogramm Im Schatten der Kurstadt

Werden die drei Nordgemeinden von der Kurstadt Bad Nenndorf zunehmend aufs Abstellgleis geschoben? Überspitzt formuliert, ging es bei einer Veranstaltung des SPD-Ortsvereins Haste um diese Fragestellung.

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Nenndorf weiter im Aufwind

Das Gewerbegebiet Bückethaler Landwehr dient als eine Art Magnet vor allem für Bad Nenndorf.

Quelle: rg

Nenndorf. Samtgemeinde Nenndorf. Das sogenannte Landesraumordnungsprogramm (LROP) war Thema im Bürgerhaus – Haste, Suthfeld und Hohnhorst könnten bei dessen Neufassung zu den Verlierern gehören.

Das LROP soll dazu dienen, „die oftmals widerstreitenden wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und ökologischen Interessen an den Raum aufeinander abzustimmen“, heißt es in einem Erklärtext des federführenden Landwirtschaftsministeriums. Grob gesprochen legt der Plan Entwicklungsziele und -möglichkeiten hinsichtlich Siedlungsexpansion, Versorgungseinrichtungen und Wirtschaftsansiedlung in allen Teilen des Landes fest. Es handelt sich also um eine Art Flächennutzungsplan für ganz Niedersachsen.

Das Problem in der Samtgemeinde Nenndorf (rund 17 000 Einwohner): Die Kurstadt mit ihren knapp 11 000 Einwohnern wird als Mittelzentrum eingestuft und erhält damit bestimmte Versorgungsmerkmale, die sowohl als Berechtigung, aber auch als Verpflichtung zu verstehen sind. Dies manifestiert sich beispielsweise bei der Planung von Gewerbegebieten, speziell dem in der Bückethaler Landwehr: Die dortigen Publikumsmagneten wie Möbel Heinrich, Hellweg und E-Center werden auf Grundlage der Vorgaben im LROP zu Größe und Sortimenten reguliert. Man denke an die Auseinandersetzung zwischen den Städten Bad Nenndorf und Barsinghausen über die Ansiedlung eines Fachmarktzentrums. Auch dabei beriefen sich die Städte auf das derzeitige LROP, das aus dem Jahr 2008 stammt.

Für die drei Nordgemeinden bedeutet dies: Wenn es derartige Ansiedlungen gibt, profitiert direkt nur die Stadt Bad Nenndorf. Haste, Suthfeld und Hohnhorst gelten nicht einmal als Unterzentren, für die es immerhin noch Vorgaben zu Arztpraxen, Supermärkten und Schulen gibt. Auch beim Ausweisen von Baugebieten könnte das LROP kleine Kommunen künftig noch mehr einschränken.

In Haste referierten die Landtagsabgeordneten Wiard Siebels und Karsten Becker. Siebels, Sprecher für Landesentwicklung in der SPD-Fraktion, sagte, das neue LROP müsse Steuerungsinstrument sein, damit sich Gemeinden nicht ungebremst in die Landschaft „fressen“. Die Dynamik in der Bevölkerungsentwicklung sei zu berücksichtigen, und wo kommunale Dorfentwicklung nötig sei, solle sie möglich bleiben. Die Sanierung von Altgebäuden in den Dörfern müsse im Vordergrund stehen und finanziell gefördert werden. Becker strich die positiven Entwicklungsmöglichkeiten der Mittelzentren und Unterzentren im Schaumburger Land heraus.

Der Landtag hatte im Sommer 2014 ein öffentliches Beteiligungsverfahren zum LROP eingeleitet. Die Einspruchsfrist – auch für die Kommunen – endete am 31. Dezember. Derzeit werden die Eingaben gesichtet.

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