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Katzenjammer noch untertrieben

Tierschutzverein schlägt Alarm Katzenjammer noch untertrieben

Der Begriff „Katzenjammer“ ist in Anbetracht der derzeitigen Situation beim Tierschutzverein Rodenberg/Bad Nenndorf fast noch untertrieben. Rund 40 Katzen betreuen die Helfer derzeit im Tierheim in Bad Nenndorf, einige davon mit Krankheiten in der Quarantänestation – und die „Warteliste“ der Streuner, die sie noch einfangen müssten, ist lang. Platz allerdings ist keiner mehr da.

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Minki ist von ihrer Besitzerin einfach allein in der Wohnung zurückgelassen worden (wir berichteten) und musste danach intensiv gegen Katzenschnupfen behandelt werden. Sie ist eine von rund 40 Katzen, die das Tierheim derzeit beherbergt.

Quelle: kle

Nenndorf/Rodenberg. Erneut fordert Jutta Schneider, Vorsitzende des Tierschutzvereins, deshalb ein Handeln der Politik und ein Aufwachen betreffender Katzenhalter, die das Problem verschlimmern. Auch Tierärztin Sandra Beiße unterstützt das Drängen, eine Kastrationspflicht für Katzen anzuschieben.
„Es ist immer ein bisschen ein Auf und Ab, gerade ist es aber wieder sehr extrem“, sagt Schneider mit Blick auf die überfüllten Räume im Katzenhaus der Tierauffangstation.
Die Katzenschwemme entstehe einerseits durch Katzenbesitzer, die ihr Haustier einfach aussetzen, andererseits durch Landwirte, die zur Mäusejagd Katzen rund um ihren Hof halten, die sich jedoch oft wie wild vermehren. „Wir wollen den Landwirten ja auch gar nicht ihre Katzen wegnehmen“, betont Schneider. „Wir wollen nur ein Bewusstsein dafür wecken, was die unkontrollierte Vermehrung anrichtet“.
Wer einen Blick in die Quarantäne-Station des Tierheims wirft, erhält davon einen kleinen Eindruck. Denn der Stress, den die oft scheuen Tiere beim Einfangen erleiden, dazu das enge Zusammenleben mit so vielen Artgenossen, macht die Katzen anfällig für Infektionen. Das Folgeproblem ist, dass Impfungen dann nicht mehr möglich sind, wenn das Tier bereits erkrankt ist, erklärt Beiße. Von den finanziellen Herausforderungen, vor die eine solche Katzenschwemme den kleinen Verein stellt, ganz zu schweigen.
Eine große Gefahr durch die immense Anzahl an Streunern, die sich in fremden Gärten herumtreiben, sieht Schneider auch darin, dass sie zugleich die Zahl der Katzenhasser und Katzenquäler ansteigen lässt.
Wer sich all dieser Probleme nicht bewusst sei oder diese ignoriert, dem sei mit Vernunft leider nicht beizukommen – Gespräche mit Haltern sind für Schneider oft ein Kampf gegen Windmühlen. „Ich hatte schon Leute, die sagten: Wenn Sie meine Katze nicht aufnehmen, setze ich sie aus.“ Ohne entsprechende rechtliche Änderungen sei der Situation einfach nicht Herr zu werden.
Achtlosem Aussetzen könne eine Chip-Pflicht, wie sie für Hunde bereits besteht, einen kleinen Riegel vorschieben, da diese jede Katze einem Besitzer. kle

Der Stand in Nenndorf

In der Samtgemeinde Nenndorf ist eine „Verordnung über die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierpflicht von freilaufenden Katzen im Gebiet der Samtgemeinde“ in Planung, erklärt Ordnungsamtsleiter André Lutz. Ein entsprechender Entwurf sei vor einigen Wochen im Samtgemeindeausschuss beraten worden und wird demnächst beim Planungs- und Umweltausschuss auf dem Tisch liegen. Wenn der Samtgemeinderat die Satzung noch im Dezember verabschiede, könne diese zum neuen Jahr in Kraft treten. kle

Der Stand in Rodenberg

Für die Samtgemeinde Rodenberg gibt es aktuell keine Pläne für neue Verordnungen in Bezug auf Katzen. Hintergrund ist derjenige, erklärte Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla, dass aus der Samtgemeinde keine konkreten Fälle bekannt seien beziehungsweise gemeldet wurden. Solange streunende Katzen kein ernsthaftes Problem darstellten, sollte man den Bürgern bezüglich der Haltung und Kastration nicht von oben entsprechende Gesetze aufdrücken, wohl aber in Einzelfällen individuell tätig werden. Jutta Schneider vom Tierschutzverein bewertet die Situation anders. Die Samtgemeinde sei kein unbeschriebenes Blatt, Fälle aus der Umgebung Rodenberg, Lauenau und Hülsede seien der Verwaltung bekannt. Aktuell habe sie unter anderen eine hochträchtige Streuner-Katze aus Schmarrie im Tierheim. Hülsedes Bürgermeisterin Marion Passuth, sagte Hudalla, könne diese Problematik nicht bestätigen, „und der wird eigentlich alles zugetragen, wenn so etwas ist“. In der Tat lebten einige freilaufende Katzen in Schmarrie. Das seien aber keine Streuner, sie kehrten abends zu ihren Besitzern nach Hause zurück. kle

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