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Kein „Radar“ für Nenndorf

Bad Nenndorfer Bürgerbüro soll länger öffnen Kein „Radar“ für Nenndorf

Das „Bürger-Radar“ als Instrument des Beschwerdemanagements wird in der Samtgemeinde Nenndorf auf mittlere Sicht nicht eingeführt. Kein Bedarf, sagt Verwaltungschef Mike Schmidt. Der Grund ist allerdings nicht das Ausbleiben von Beschwerden. Vielmehr hat sich ein anderer Mechanismus eingespielt.

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Diese Schilder am Spielplatz Dorfanger sollen weichen.

Quelle: gus

Samtgemeinde Nenndorf. Das „Bürger-Radar“ hatte Schmidt im Wahlkampf vor mittlerweile fast zwei Jahren propagiert. Es sollte Einwohnern ermöglichen, mit wenig Aufwand per Smartphone Fotos von Missständen ans Rathaus zu schicken. Eine GPS-Funktion sollte der Verwaltung anzeigen, wo die Fotos aufgenommen wurden. „Das System wird in Österreich erfolgreich genutzt“, hieß es damals.

 Mittlerweile denkt Schmidt anders. Er sei stark in den sozialen Netzwerken im Internet präsent. Und da er auf Bürgernähe setze, erreichen ihn auf diesem Weg zahlreiche Hinweise von Bürgern, die sich über bestimmte Dinge ärgern oder einfach Anregungen äußern. Auch per E-Mail wenden sich viele Menschen direkt an ihn.

 Ein Vorteil der sozialen Netzwerke sei, dass sich dort auch Diskussionen mehrerer Nutzer entwickeln. Und so manche Lösung ergibt sich aus diesem Meinungsaustausch. Ein Beispiel ist ein Diskurs in der Facebook-Gruppe „Politik in Bad Nenndorf“. Dort hatte der Bad Nenndorfer Paul Dylla ein vermeintliches Spielverbot auf Kinderspielplätzen während der gesetzlichen Mittagsruhe moniert.

 Es stellte sich heraus, dass auf dem Spielplatz Am Dorfanger – und nicht ausschließlich dort – in der Tat irreführende Schilder stehen. Darauf wird auf die gesetzlichen Ruhezeiten verwiesen. Doch seit 2011 wird Kinderlärm nicht mehr als Ruhestörung begriffen, wie Schmidt zu der Diskussion beisteuerte. Daher hält er die Schilder für ungerechtfertigt. Er kündigte an, diese entfernen zu lassen.

 Auch auf den Hinweis dieser Zeitung auf eine extrem glatte Fläche am Harrenhorst reagierte Schmidt in dieser Woche prompt: Die Stelle wurde binnen kurzer Zeit vom Bauhof gestreut.

 Schmidt räumt ein, dass es einigen Stress mit sich bringt, wenn er sich häufig in den sozialen Netzwerken mit Dingen dieser Art beschäftigt. Doch diesen Stress wolle er weiterhin auf sich nehmen. Dass ihn die Häufigkeit der Mängelhinweise irgendwann überlasten könnte, glaubt er derzeit nicht. Schmidt erledigt auch nicht alles selbst, sondern delegiert vieles weiter. Auch dass er von Politikern bisweilen „Facebook-Bürgermeister“ genannt wird, stört ihn nicht. Er selbst habe diese Formulierung aber noch nie gehört.

 Mehr Service soll es im realen Rathaus auch bald geben: Die Öffnungszeiten des Bürgerbüros möchte Schmidt ausweiten. Dort können die Einwohner ebenfalls Beschwerden und Mängelhinweise loswerden. Telefonisch ist das Nenndorfer Bürgerbüro unter der Rufnummer (05723) 70423 erreichbar. Auf www.nenndorf.de gibt es darüber hinaus ein Mängelmeldeformular, das noch vor Schmidts Amtszeit angelegt wurde. gus

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