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Keine Beerdigungen für Muslime in Nenndorf

Bestattung nur auf „jungfräulichen“ Boden Keine Beerdigungen für Muslime in Nenndorf

Während viele Muslime noch mit der Integration beschäftigt sind, müssen sich gerade ältere Menschen dieser Glaubensrichtung früher oder später mit der Frage beschäftigen, wo sie beerdigt werden wollen. In der Samtgemeinde Nenndorf dürfen sie nach aktueller Satzung nicht begraben werden.

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Muslimische Gräber gibt es in Nenndorf nicht.

Quelle: dpa

Samtgemeinde Nenndorf. „Das ist verwaltungstechnisch und politisch nicht gewollt“, sagt Ingrid Meyer vom Friedhofsamt. Allerdings nicht aus Gründen der Diskriminierung: Denn im muslimschen Glauben herrschen strikte Bestimmungen, wie eine Beerdigung abzulaufen hat und wo sie stattfindet. Unter anderem müssen die Verstorbenen auf „jungfräulichen“ Boden bestattet werden.

Das bedeutet, dass unterhalb der Grabstätte keinesfalls ein bereits Verstorbener liegen darf – unabhängig davon, wie lange der Tote dort schon liegt. Das hiesige Brauchtum sieht es jedoch vor, dass die Gräber nach einer bestimmten Nutzungszeit verfallen und die Grabanlage einem neuen Nutzer zugänglich gemacht wird. „Sonst könnte es platztechnisch sehr eng werden“, sagt Meyer.

Ähnliche Bestimmungen für Juden

Im Übrigen herrschen für Juden ähnliche Bestimmungen. In Haste gibt es für Verstorbene dieser Glaubensrichtung ein eigenes Abteil, das bisher allerdings ungenutzt geblieben ist.

 Viele Muslime ziehen es ohnehin vor, in ihr Heimatland überführt und dort begraben zu werden. Nenndorfer Moslems, die gerne im näheren Umfeld bestattet werden möchten, finden jedoch beim Hannoveranischen Stadtfriedhof Stöcken und auf dem Friedhof in Exten die Möglichkeit dazu.

 In der Kurstadt habe es bisher nur eine Anfrage hinsichtlich einer Beerdigung nach islamischen Regeln gegeben. Diese kam allerdings von einem Bestattungsunternehmen aus Hamburg, das sich nur über die generelle Möglichkeit informiert hatte. In diesem Fall hätte nicht nur die Prozedur der möglichen Beerdigung für Probleme gesorgt, sondern auch die Herkunft des Verstorbenen.

 Denn laut Satzung dürfen in Nenndorf nur Personen beerdigt werden, „wenn sie einen Bezug zur Samtgemeinde haben“, erklärt Meyer. Etwa dann, wenn sie in den Mitgliedsgemeinden gewohnt haben oder in einem der hiesigen Pflegeheime verstorben sind. Ausnahmeentscheidungen, etwa zur Erleichterung der Grabpflege (sollte der Verstorbene außerhalb der Samtgemeinde kommen, die Hinterbliebenen aber beispielsweise in Bad Nenndorf wohnen), sind nach Angaben von Meyer aber möglich. js

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