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Samtgemeinde Nenndorf Kompromiss: Kreuzung am Homeier-Gelände
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Kompromiss: Kreuzung am Homeier-Gelände
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00:25 28.04.2018
Auch Rodenbergs Bauamtsleiter Markus Jacobs (vorn) und Samtgemeindebürgermeister Georg Hudalla (Zweiter von rechts) verfolgen die Ausführungen der Landesbehörden-Mitarbeiter eher skeptisch. Quelle: gus
Nenndorf/Rodenberg

Dass der 2+1-Ausbau der B 65 bei Bad Nenndorf nach wie vor von der großen Mehrheit abgelehnt wird, ist eine Erkenntnis der Präsentation am Dienstag. Doch sollte das Zig-Millionen-Projekt nicht in Gänze verhindert werden, ist in der IGS Rodenberg möglicherweise auch die Kompromisslösung vorgestellt worden: Der Knotenpunkt am Homeier-Grundstück.

Vor Jahren fehlte der Konsens

Tankstellenbetreiber Wolfgang Seifert machte gleich mehrfach darauf aufmerksam, dass er bereits vor Jahren für eben diese Variante gefochten habe. Seinerzeit sei aber kein politischer Konsens erzielt worden. Von den übrigen Zuhörern mochte sich auch niemand so recht für diese Brückenkonstellation mit Kreiseln an den Zufahrten erwärmen.

Doch Georg Hudalla, Samtgemeindebürgermeister von Rodenberg, konnte dieser Variante am ehesten „einen gewissen Charme“ abgewinnen. Sie habe den geringsten Trennungseffekt, sprich: Die jetzigen Verkehrswege zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf blieben weitgehend unverändert, weil die B 442 auf der alten Trasse verbliebe.

Brücke für Radfahrer fällt weg

Auf Anfrage der WGSR-Politikerin Nicole Wehner erklärte Planer Hartmut Meyer außerdem, dass in dem Fall keine zusätzliche Brücke für Radfahrer an der Stelle gebaut werden müsste. Ein weiteres Brückenbauwerk am Geckswinkel fiele ebenfalls weg, sodass sich deren Gesamtzahl immerhin auf neun verringern würde.

Auch wenn Seifert die Anwesenheit der Bad Nenndorfer Bauamtsleiterin, Annette Stang, vermisste – diese musste zeitgleich den Anliegern der Rotrehre die dortigen Sanierungspläne erläutern – war Bad Nenndorf bei der Präsentation in Person von Bürgermeisterin Marlies Matthias vertreten. Seiferts versteckten Vorwurf, Matthias habe sich nicht vorgestellt, konterte die Bürgermeisterin damit, dass es sich um eine Rodenberger Veranstaltung handelte. Doch sie kündigte an, die Informationen nun mit in die heimischen Gremien zu nehmen.

Weitere Veranstaltungen geplant

Dass die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr dort und in Rodenberg nochmals für den 2+1-Ausbau wirbt, gilt als abgemacht – möglicherweise mehrfach. Die stellvertretende Leiterin, Uta Weiner-Kohl, kündigte dies pro forma schon einmal an. Dann sollen mehr Detailinformationen vorliegen. Hudalla hatte beispielsweise bemängelt, dass weder zu den Lärmemissionen noch zu den Kosten aktualisierte Werte vorgetragen wurden. Die Baukosten dürften sich nun leicht auf unter 40 Millionen Euro verringern, wie Meyer andeutete.

Zuhörer äußern etliche Bedenken

Auszuräumen gibt es nach wie vor etliche Bedenken. Landfraß, Lärm, Baukosten, Erreichbarkeit von Ackerflächen, fehlende Berücksichtigung der Stauproblematik auf der A2, historische Hintergründe und einige weitere Aspekte wurden von den Zuhörern ins Feld geführt. Und manch einer sprach dem 2+1-Ausbau gar jeglichen Nutzen ab, bis hin zu der Behauptung, das Überholen würde eher gefährlicher als sicherer.  gus

Gegner müssen Fokus auf Kernthemen legen

Kommentar
Guido Scholl
Lokalredaktion

Die sachliche Art, mit der die Gegner des 2+1-Ausbaus für ihre Belange eintreten, bringt ihnen großen Respekt ein. Doch sie sollten sich nicht verzetteln. Die Behauptung, dass die Bundesstraße nach dem 2+1-Ausbau nicht funktionieren würde, macht den Protest eher unglaubwürdig. Es gibt Beispiele für ähnliche Ausbauprojekte, die belegen, dass die Arbeit der Landesbehörde in Hameln Hand und Fuß hat. Der Verkehr auf der B 65 würde insgesamt sicherer und besser fließen. Doch die Kernfrage lautet: Zu welchem Preis?

Manchmal ist weniger mehr in der Argumentation. Es gibt drei Hauptgründe, warum die Bürger den B 65-Ausbau zu recht und nachvollziehbar ablehnen sollten: Das Brückenbauwerk zwischen Rodenberg und Bad Nenndorf ist überdimensioniert und verschandelt die Landschaft. Der damit einhergehende Landfraß ist ein irreversibler Frevel. Die Kosten sind zu hoch bei zu geringem Nutzen. Aus Rodenberger Sicht kommt noch der wachsende Verkehrslärm hinzu. Wenn es gelingt, den Ausbau in dieser Größenordnung zu verhindern, dann mit diesen Argumenten.