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Leerstand beseitigen statt Acker bebauen

Samtgemeinde / Grundsatzdiskussion Leerstand beseitigen statt Acker bebauen

Die Beratung über eine Änderung des Flächennutzungsplanes für 16 neue Bauplätze in Waltringhausen hat sich im Samtgemeinderat zu einer teilweise emotional geführten Grundsatzdiskussion über die Versiegelung von Ackerland entwickelt.

Samtgemeinde Nenndorf (kcg). Die Debatte entzündete sich an Wolfgang Lehrkes (SPD) Ankündigung, den Beschluss nicht mitzutragen. Als Grund nannte er den rasanten Anstieg der Flächenversiegelung in Deutschland und forderte ein Umdenken in der Samtgemeinde.
Durch den Bau von Straßen, Häusern und Gewerbegebieten würden in Deutschland täglich 78 Hektar Land versiegelt, führte der Hohnhorster aus. Die Bundesregierung habe daher die Zielperspektive vorgegeben, den Flächenverbrauch bis 2020 auf 30 Hektar zu senken. „Wir müssen vor Ort den Paradigmenwechsel einleiten“, betonte Lehrke unter Zustimmung der Wählergemeinschaft und der Grünen. Auch die WGN-Mitglieder Karl-Walter Brüggenwirth und Heike Beiersdorfer sowie Grünen-Ratsherr Heiner Wrede warben dafür, angesichts des Leerstandes nicht mehr ohne Weiteres Bauland auf Ackerflächen auszuweisen. „Ackerland ist eine knappe Ressource, die Pachtpreise steigen“, erklärte Brüggenwirth.
Udo Husmann (SPD) erklärte daraufhin, in Waltringhausen solle nicht wahllos Bauland in freier Landschaft ausgewiesen werden. Es gehe der Stadt Bad Nenndorf darum, die bestehende Bebauung an der Feldstraße in überschaubaren Maßen zu ergänzen. „Ich will in Waltringhausen nichts verhindern, ich will aber grundsätzlich für das Thema sensibilisieren“, betonte Brüggenwirth.
Sein Appell – „Wir dürfen diesen Flächenverbrauch nicht weitertreiben“ – blieb denn auch nicht ungehört. Künftig soll der Rat bei der Änderung von Flächennutzungsplänen sensibler vorgehen, formulierte Husmann. „Wir müssen uns mehr Gedanken machen, wie Leerstand in den Orten beseitigt werden kann und dafür Anreize in den Mitgliedsgemeinden schaffen.“ Den Weg für das Vorhaben in Waltringhausen haben die Politiker indes freigemacht. Sie stimmten bei fünf Gegenstimmen für die Änderung des Flächennutzungsplanes.

Mit seinem Appell, den Flächenverbrauch in der Samtgemeinde einzuschränken, hat sich Karl-Walter Brüggenwirth den Ärger von Werner Bövers (CDU) und Wilfried Wlotzka (SPD) zugezogen. Beide Ratsherren warfen dem Ohndorfer Obstbauern indirekt Scheinheiligkeit in der Argumentation vor. „Manche Leute pflanzen Bäume auf das wertvolle Ackerland“, ätzte Bövers mit Blick auf Brüggenwirths Obstplantagen. Wlotzka schimpfte über dessen „riesen Halle in Ohndorf“. Zum Hintergrund: Brüggenwirth hatte gegen massiven Protest der Anlieger im Jahr 2010 eine 60 Meter lange und fast zehn Meter hohe Scheune auf seinem Hof errichtet.
Walter Brüggenwirth rechtfertigte sich prompt: Er könne nicht nachvollziehen, warum seine Bäume nicht auf Ackerland stehen dürfen, schließlich versorge er mehr als 1000 Leute mit seinem Obst. Die Halle habe er gebaut, um wirtschaften zu können. „Das habe ich nicht aus Jux und Dollerei gemacht.“

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