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Samtgemeinde Nenndorf Mehr Einbrüche, weniger Fahrrad-Klau
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Mehr Einbrüche, weniger Fahrrad-Klau
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00:33 23.04.2018
Wohnungseinbrüche beschäftigen die hiesige Polizei nach wie vor immens. Quelle: Symbolbild/dpa
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Nenndorf/Rodenberg

Allerdings handelt es sich teils auch um uneinheitliche Schwankungen.

Heidrun Schäfer, Leiterin des Kriminal-Ermittlungsdienstes, berichtete von einer Abnahme der Gesamtzahl an Straftaten auf 1659. In 2016 waren es noch 1801 gewesen, und auch in den Vorjahren hatte die Zahl bereits abgenommen. „Man kann schon sagen, dass wir in einem Bereich leben, wo es recht ruhig ist“, sagt Kommissariatsleiter Michael Panitz. In den Statistiken wird dieses Rechenbeispiel zur Vergleichbarkeit vorgenommen: Auf 100 000 Einwohner hochgerechnet haben sich in den Samtgemeinden Rodenberg und Nenndorf 5058 Straftaten ereignet. Der Landesdurchschnitt dieses Wertes liegt bei 6621.

Einige aufsehenerregende Fälle

„Es ist ruhig, aber es ist alles vertreten“, erklärt Schäfer. Zu den aufsehenerregendsten Fällen gehörte das Ergreifen von Planenschlitzern bei Lauenau, ein versuchter Totschlag in Bad Nenndorf und Festnahmen von Einbrechern. Zudem legte die Polizei einem überregional agierenden Heiratsschwindler das Handwerk.

Vermögens- und Fälschungsdelikte stellen mit 400 Taten weiterhin die größte Fallzahl dar. Der Bereich Internetkriminalität spielt dabei eine große Rolle und macht etwa zwei Drittel dieser Delikte aus. Es folgen schwerer Diebstahl (323) und einfacher Diebstahl (265). Der Unterschied ist so zu erklären: Entwendet jemand etwas aus einem abgeschlossenen Raum, beispielsweise bei einem Einbruch, ist dies ein schwerer Diebstahl. Nutzt jemand eine offene Tür zum Eindringen, handelt es sich um einen einfachen Diebstahl.

Zahl der Einbrüche ist gestiegen

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von 62 auf 73 angestiegen. Im Jahr 2015 waren aber sogar 95 Einbrüche registriert worden. In diesen Zahlen sind auch die erfolglosen Versuche enthalten. Nach wie vor ist dies ein Einsatzfeld, dass die hiesige Polizei besonders stark beschäftigt. Komplexe Ermittlungsarbeit, Prävention und häufigere Streifenfahrten in der dunklen Jahreszeit gehen damit einher.

Nur zwölf Einbrüche konnten aufgeklärt werden, dies macht eine Quote von 20 Prozent. Gleich 21 Einbrüche hatten sich im Januar ereignet. Nach einer Festnahme von Tätern im Februar in Obernkirchen ging die Frequenz deutlich nach unten. Diesen Tätern konnten die 21 Einbrüche in Nenndorf und Rodenberg aber nicht zugewiesen werden.

Weniger Fahrräder wurden gestohlen

Fahrraddiebstähle gab es 81, was einen Rückgang von 28 gegenüber 2016 bedeutet. Sonstige Straftaten wurden 308 registriert. Dazu zählen unter anderem Verstöße gegen Betäubungsmittelgesetz, Tierschutzgesetz oder Umweltauflagen, Sachbeschädigungen, Falschaussagen, und unerlaubte Bildveröffentlichungen im Internet.

Die Aufklärungsquote bei allen Delikten betrug 60 Prozent (Vorjahr 62,3 Prozent) und lag damit im Landesdurchschnitt. gus

Drei „Taten gegen das Leben“

Drei sogenannte „Taten gegen das Leben“ stehen in der hiesigen Kriminalitätsstatistik für 2017. So bezeichnet die Polizei versuchten Totschlag, Totschlag und Mord. In einem Fall kam es zu einer Messerstecherei in Rodenberg. Ferner hat in Bad Nenndorf ein Mann versucht, seine Ehefrau zu erschlagen. Die Frau lebt noch, der Mann nahm sich später das Leben. Der dritte Fall betrifft eine getötete Bad Nenndorferin, die bei Dedensen am Mittellandkanal gefunden wurde. Die Ermittlungen dazu wurden aber von einer anderen Dienststelle geführt. Im Jahr 2016 hatte es keine „Tat gegen das Leben“ gegeben, im Regelfall sind es zwischen einer und drei pro Jahr.

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