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Samtgemeinde Nenndorf Mehr Unfälle gezählt
Schaumburg Nenndorf Samtgemeinde Nenndorf Mehr Unfälle gezählt
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00:28 25.04.2018
Nenndorf

Die Zahl der Unfälle mit Personenschaden ist von 80 auf 102 angewachsen. Um einen schweren Verletzten handelt es sich, wenn ein Opfer mindestens 24 Stunden im Krankenhaus behandelt werden musste. Doch Steffen Arndt, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes am hiesigen Kommissariat, will die Zahlen nicht überinterpretieren. Es spiele auch eine Rolle, wie das Wetter im Winter ist. In der Gesamtzahl sind auch Parkplatzrempler enthalten. Ablenkung durchs Handy und Tempoüberschreitungen waren zwei häufige Unfallursachen.

Fünf Unfälle endeten tödlich. Im Dezember übersah ein junger Autofahrer bei Haste einen Traktor. Im Frühjahr wurde dann ein Fußgänger auf der B442 bei Lauenau erfasst, und ein Motorradfahrer kam in Lauenau zu Tode. Bereits zuvor waren ein Rollerfahrer und ein Autofahrer zwischen Apelern und Rodenberg verunglückt. Hinzu kam ein Suizid, bei dem ein Mann gegen einen Baum gerast war. Dies wird aber nicht als Unfall mit Todesfolge verbucht.

Drei Steine besonders gefährlich

Sieben Unfallhäufungsstellen gibt es. Eine davon ist Drei Steine. Einige der Unfälle ereigneten sich bei ausgefallener Ampel – die neue LED-Technik soll die Ausfallzeiten verringern. Auch die K61 taucht wegen Motorrad- und Wildunfällen auf der Liste auf. Dort ist aus Sicht der Polizei keine Optimierung mehr möglich. Eine Sperrung sei nicht beabsichtigt – dies führe zu Verdrängungseffekten. Die Kreuzung Gehrenbreite ist neu in der Liste, und da dieser Knoten bald ausgebaut wird, dürfte er auch rasch wieder von ihr verschwinden. Dies gilt wohl nicht für die Einmündung aus dem Logistikpark in die B442 bei Lauenau. Auch die Autobahnabfahrt an der B442 ist ein Unfallschwerpunkt, ebenso wie die Einmündung in die B442 nahe der Shell-Tankstelle. Der siebte Unfallschwerpunkt befindet sich an der Abzweigung im Zuge der L444 in Richtung Reinsdorf.

Handy-Verstöße ahndete die Polizei 49 Mal. „Das ist nicht repräsentativ“, betont Arndt, denn es sei für die Polizei schwierig, das Telefonieren am Steuer nachzuweisen. Die Zahl hängt zudem davon ab, wie intensiv die Polizei den Verkehr überwacht hat. Dies gilt auch bei den Gurt- und Tempoverstößen. 155 Mal wurden nicht angeschnallte Autofahrer erwischt, 294 Mal wurden Tempoüberschreitungen nachgewiesen. Hierin sind die Zahlen der Blitzer nicht enthalten.

Zehnmal war bei Unfällen entweder Alkohol- oder Drogeneinfluss im Spiel (Vorjahr: neunmal). 45 betrunkene beziehungsweise unter Drogen stehende Verkehrsteilnehmer gingen der Polizei ins Netz (Vorjahr: 43). Die Zahl der Unfallfluchten nahm von 164 auf 182 zu. In 2015 waren es 183 gewesen. Die Aufklärungsquote liegt bei knapp 42,3 Prozent. gus