Riepen (kcg). Dabei basierte die schlechte Stimmung in der Veranstaltung in erster Linie auf einem Missverständnis, das bis zum Ende des Abends nicht ausgeräumt werden konnte.
Doch der Reihe nach: Ziel der Veranstaltung war es, die Einwohner über die Ergebnisse einer Arbeitsgruppe zum Ausbau des Wehrweges und des Buswendeplatzes zu informieren. Der Arbeitskreis, bestehend aus Stadtplaner Rainer Hobigk, Verwaltung, Politik und Riepener Bürger, war auf Anregung des Bauausschusses im Herbst ins Leben gerufen worden, um die Bürger an den Planungen für den Wehrweg zu beteiligen (wir berichteten).
Doch als Lohaus stellvertretend für Hobigk die Entwürfe präsentierte, entstand der Eindruck, die Vorschläge der Arbeitsgruppe seien darin nicht berücksichtigt worden. Zum großen Ärger von Ernst-August Gehrke, Gastronom aus Riepen, und SPD-Ratsherr Ralph Tegtmeier, die beide in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet hatten.
„Ich habe von der Präsentation mehr erwartet, unsere Vorschläge sind nicht überarbeitet worden“, kritisierte Tegtmeier. „Ich bin total enttäuscht. Es ist überhaupt nichts vorbereitet worden“, schimpfte auch Gehrke. Dass der Plan von Hobigk sehr wohl die Anregungen des Arbeitskreises beinhaltete, kam bei den Bürgern nicht an. „Die Entwürfe repräsentieren die Ergebnisse der Arbeitsgruppensitzung“, betonte Lohaus nach Ende der Versammlung im Pressegespräch (siehe Kasten).
Für enttäuschte Erwartungen der Anwesenden sorgte auch, dass weder Planer noch Verwaltung Konkretes zum Buswendeplatz präsentieren konnten. Mit einem Entwurf aus dem Jahr 2010 versuchte Lohaus zu verdeutlichen, dass die Arbeitsgruppe wünscht, die Bushaltestelle am Wehrweg in Höhe Laake zu verlegen. Den Riepern reichte das jedoch nicht aus: „Wir brauchen jetzt mal eine Entscheidung, ob wir den Wendeplatz bekommen“, forderte ein Zuhörer ärgerlich.
Stadtdirektor Bernd Reese erinnerte daran, dass der Verwaltungsausschuss 2010 gegen den Bau des Buswendeplatzes stimmte. Ohne neuen politischen Beschluss der Ratsmitglieder könne aber nicht weiter geplant werden. Daher liege auch kein neuer Entwurf für den Wendeplatz vor.
Ergebnis des Abends: Der Buswendeplatz hat für die Riepener höchste Priorität. Das verdeutlichte nicht nur die Abstimmung am Ende der Sitzung, sondern auch zahlreiche Redebeiträge der Zuhörer.
Asphalt-Fahrbahn und gepflasterte Seiten
Die Arbeitsgruppe zur Dorferneuerung schlägt unter anderem vor, die Fahrbahn des Wehrweges zu asphaltieren, die Seitenstreifen sollen gepflastert werden. Private Flächen an den Seitenstreifen werden nicht verändert. Der Einmündungsbereich zur Riepener Straße soll gestalterisch verengt werden, indem das Pflaster vor dem Schmiedegasthaus bis zur Fahrbahn fortgeführt wird. Für Landmaschinen soll die Einfahrt breit genug sein.
Wie Lohaus im Pressegespräch nach der Versammlung betonte, sieht das auch der Entwurf von Stadtplaner Rainer Hobigk vor. Mit dem Unterschied, dass die Fahrbahn im Einmündungsbereich rot überpflastert wird. Grund: Eine reine Asphaltstraße sei im Dorferneuerungsprogramm nicht förderfähig.
Weiteres Anliegen des Arbeitskreises ist, den Wehrweg nicht nur bis zur Einbiegung in die Laake, sondern bis zur Bürgermeister-Bellersen-Straße auszubauen und Gehwege anzulegen. Das sei jedoch in diesem Planungsschritt nicht vorgesehen und müsse im Dorferneuerungsprogramm neu beantragt werden, erklärte Bauamtsmitarbeiter Jürgen Bock. Da es sich bei den Bauarbeiten im Wehrweg um einen „ganz normalen Straßenausbau“ handele, müssten die Anlieger Straßenausbaubeiträge zahlen.
In Sachen Buswendeplatz hat sowohl die Arbeitsgruppe als auch die Mehrzahl der Versammlungsbesucher dafür ausgesprochen, dass ein Gehweg an der Riepener Straße vom Wehrweg zur Laake nicht notwendig ist. Der Fußweg auf der anderen Straßenseite reiche aus.kcg
Kruppa: „Verwaltung hält uns dumm“
Ratsherr Herbert Kruppa (SPD) nutzte die Versammlung für scharfe Kritik an der Verwaltung. „Warum haben die Ratsmitglieder das Protokoll der Arbeitsgruppensitzung nicht bekommen“, fragte der Politiker verärgert. Er bitte seit Wochen per E-Mail um Informationen, aus dem Rathaus komme jedoch keine Reaktion. „Wir werden dumm gehalten von der Verwaltung“, wetterte der Sozialdemokrat.
Auch seine Bitte um Informationen über die Kosten des für den Buswendeplatz notwendigen Grundstücks sei ohne Resonanz geblieben. – Kritik, die Stadtdirektor Bernd Reese nicht auf sich sitzen ließ. Reese verwies auf die Entscheidung des Verwaltungsausschusses gegen den Buswendeplatz. Für Gespräche mit dem Grundstückbesitzer fehle der politische Beschluss. kcg
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