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Ein Marathon als erster Schritt

Politik und Verwaltung ringen um neues Nachmittags-Schulmodell Ein Marathon als erster Schritt

Die problematische Koexistenz von Hort und Ganztagsschule in der Samtgemeinde Nenndorf könnte bald ein Ende haben. Der Schul- und der Jugendausschuss sind in einer Marathonsitzung den ersten Schritt gegangen, um diesen Zustand ab dem Schuljahr 2017/2018 abzuschaffen

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Zudem soll ein einheitliches Modell für die Nachmittagsbetreuung eingeführt werden. Das Grundproblem: Der Hort kostet eine monatliche Gebühr, die Ganztagsschule ist für Eltern kostenlos. Doch der Hort bedeutet gleichsam auch mehr Kosten für die Samtgemeinde. Dafür bietet der Hort eine Betreuung bis 16.45 Uhr, die Ganztagsschule dauert nur bis 14.45 Uhr. Das Rechnungsprüfungsamt hat nach Angaben von Verwaltungschef Mike Schmidt zudem nahegelegt, das parallele Angebot zu überdenken, weil es unwirtschaftlich ist.

So hat die Verwaltung auf Antrag der SPD einen Vorschlag erarbeitet, wie eine einheitliche Nachmittagsbetreuung aussehen könnte. Demnach würde ab 13 Uhr die Ganztagsschule beginnen, wobei dort Mittagessen, Hausaufgabenbetreuung, AGs und Freizeitmöglichkeiten angeboten würden. Um 15.30 Uhr soll eine bis 17 Uhr dauernde Anschlussbetreuung folgen. Dieser zweite Teil des Nachmittags wäre für die Eltern kostenpflichtig – über die mögliche Gebührenhöhe wurde noch nichts gesagt.

Im schulischen Teil des Ganztagsbetriebs würden Pädagogen die Kinder begleiten, während der Anschlussbetreuung wären andere Erwachsene zugegen. Das Personal soll aus neun Fachkräften aus dem Hortbereich, drei Teilzeitkräften aus der jetzigen Ganztagsschule und sechs Mitarbeiterinnen, die jetzt als Springer in den Kitas fungieren, bestehen.

Ralf Tegtmeier (SPD) sprach sich im Grundsatz für das Verwaltungsmodell aus, setzte aber an der Stelle des noch fehlenden pädagogischen Konzepts an. Dies müsse in den kommenden Monaten mit Vertretern der Schulen ausgestaltet werden. Bis zur Einführung des neuen Modells müsse eine volle Abdeckung im Hortbereich gewährleistet sein. Geht das neue Modell an den Start, könne die Kommune den Hort auslaufen lassen.
Heike Beiersdorfer (WGN) geißelte Tegtmeiers Antrag, 100 Prozent Hort zu garantieren, als unlauter. Auch der Antrag der CDU, jetzt noch schnell 20 neue Hortplätze zu schaffen, sei Wahlkampfgetöse. Auf diesen Antrag hatte Tegtmeier seine Forderung gemünzt. Schmidt unterstützte Beiersdorfers Worte, denn der Landkreis habe klipp und klar gesagt, dass nicht mehr als zehn neue Hortplätze in der Berlin-Schule möglich sind. Und deren Einrichtung hat die Verwaltung bereits angeschoben. Schmidt bezeichnete die Debatte als scheinheilig.
Udo Husmann (SPD) kritisierte, dass die SPD die Verzahnung von Hort und Ganztag bereits im vergangenen Herbst beantragt hatte. Es sei bis zur Vorlage des Verwaltungsentwurfs viel Zeit ungenutzt verstrichen. Er forderte, die Eltern in den jetzt folgenden Ausgestaltungsprozess einzubeziehen. „Das muss zügig auf den Weg gebracht werden“, so Husmann. Er und Sigmar Sandmann (SPD) bemängelten wie Marlies Matthias (CDU) auch, dass der CDU-Antrag auf die 20 Hortplätze den zuständigen Fachausschüssen vorenthalten wurde. Doch auch Schulleiter Torsten Rolke insistierte: In seiner Schule ist kein Platz für 20 weitere Hortplätze.
Am Schluss votierten die Politiker dafür, das von der Verwaltung vorgelegte Konzept weiter voranzutreiben. Und es muss schnell gehen: 2017 schließt der Landreis das kleine Gymnasium, wo derzeit die Mensa der Ganztagsschule untergebracht ist, wie Rolke betonte. gus

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