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Schiedsmänner haben gut zu tun

Samtgemeinde Nenndorf Schiedsmänner haben gut zu tun

Die beiden Schiedsmänner in der Samtgemeinde Nenndorf, Volker-Dietrich Maemecke und Eike Loos, haben sich im Jahr 2015 mit 13 Streitfällen befasst. Damit liegen sie deutlich über dem Landesdurchschnitt.

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Volker-Dietrich Maemecke (links) und Eike Loos haben es oft mit Streit um Hecken zu tun.

Quelle: gus

Samtgemeinde Nenndorf. Die Erfolgsquote betrug 60 Prozent. Hinzu kamen 14 sogenannte Tür-und-Angel-Fälle, die formlos behandelt wurden.

In anderen, vergleichbar großen Kommunen bekommen es die Schiedsleute im Jahresdurchschnitt mit drei bis vier Fällen zu tun. Maemecke und Loos, die sich die Samtgemeinde teilen, haben traditionell mehr Arbeit, weil sie auch ungewöhnlich kräftig die Werbetrommel rühren. Die Qualität ihrer Arbeit spreche sich zudem herum, lobt Ordnungsamtsleiter André Lutz.

Mit Abstand die meisten Verfahren hatte Maemecke auf dem Tisch. Der für Bad Nenndorf zuständige Schlichter brachte elf seiner Fälle zum Verfahren. Viermal führte Maemecke eine Vereinbarung beider Streitparteien herbei, viermal blieb der Erfolg aus.

Loos betreut die drei Nordgemeinden. Dort gab es im vergangenen Jahr nur zwei Verhandlungen. In beiden schaffte es Loos, die Streitenden per Vereinbarung zu versöhnen. Damit hat sich das Verhältnis seit der Teilung der Samtgemeinde in zwei Bereiche umgekehrt: Bis vor einem Jahr hatte Loos deutlich mehr zu tun gehabt.

Vor allem mit Nachbarschaftsstreits befassen sich die Schiedsleute. „Hecke, Büsche, Bäume“, nennt Loos als Hauptanlässe. Hinzu kommen Beleidigungen, so Maemecke. Oft sind Beleidigungen Begleitumstände anderer Konflikte, in einem Fall kam es im Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren zu einem sexuellen Übergriff dazu. Das Sexualdelikt wurde vor Gericht verhandelt, die Beleidigung beim Schiedsmann.

Kleinere Körperverletzungen und Beleidigungen gehören erst seit einigen Jahren in die Zuständigkeit der Schiedsleute. Bevor ein Gericht angerufen werden kann, muss in solchen Fällen ein Schiedsspruch angestrengt werden. Die Kosten pro Verfahren liegen bei etwa 40 Euro.

Loos hebt den Vorteil dieser Instanz hervor: Die Schlichter haben Zeit, lange mit den Streitparteien zu sprechen, wobei er selbst eine entspannte Atmosphäre anstrebe. Ziel sei nicht, am Ende einen Sieger und einen Verlierer zu haben, sondern, einen Kompromiss zu erreichen. Dabei muss des Schlichters Gemüt vor allem eine Eigenschaft haben: Gelassenheit.

Oft menschelt es im Schiedswesen. Loos hatte im vergangenen Jahr den Fall einer älteren Dame, deren Bluse in der Länge gekürzt worden war, obwohl der Schneider eigentlich die Ärmel stutzen sollte. Bauchfrei wollte dir Frau aber nicht herumlaufen und forderte Schadenersatz. Loos gelang es, den Schneider bei dessen Berufsehre zu packen und hatte Erfolg: Der Mann zahlte der Frau den halben Neuwert des Kleidungsstücks. gus

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