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Zwischen „vorbildlich“ und „unklug“

Samtgemeinde Nenndorf Zwischen „vorbildlich“ und „unklug“

Acht Jahre Bernd Reese – diese Ära endet am Freitag, 31. Oktober, dem letzten Arbeitstag des amtierenden Samtgemeindebürgermeisters. Die SN haben politische Weggefährten des Verwaltungschefs nach ihrer Bilanz der Jahre 2006 bis 2014 gefragt.

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Quelle: SN

Samtgemeinde Nenndorf. Der SPD-Samtgemeindeverbandsvorsitzende, Udo Husmann , sieht Reeses Verdienste vor allem im Bereich Hort, Ferienbetreuung und Ganztagsbetreuung. Ein Wermutstropfen in puncto Kitas sei nur die Verzögerung beim Anbau der evangelischen Kita. Auch Feuerwehr und Bauhof habe Reese versucht voranzubringen, doch es habe bisweilen gehakt. Reese habe sich teils „selbst im Weg gestanden“, weil er sich in Kleinkram verstrickt habe, anstatt Aufgaben zu delegieren. „Sein Führungsstil war unklug“, urteilt Husmann. Als „vorbildlich“ stuft dieser Reeses Engagement im Kampf gegen Rechts ein.
Werner Bövers , Sprecher der CDU-Fraktion im Samtgemeinderat, nennt ebenfalls den Hort und die Einführung von Grundschul-Budgets als positive Errungenschaften unter Reese. Diesem schreibt er aber eine verfehlte Steuerung der Finanzen ins Buch. Aus 5,2 Millionen Euro Schulden in 2006 seien bis 2014 11,6 Millionen geworden – trotz Erhöhung der Samtgemeindeumlage. „Von einem Verwaltungschef erwarte ich, dass er da stärker eingreift“, so Bövers. Manches habe sich zudem extrem verzögert, zum Beispiel die Lösung des Abwasserproblems in Waltringhausen.
Für die Samtgemeinde-Grünen benotet Heiner Wrede den scheidenden Verwaltungschef mit „zwei minus“. Reese sei immer sachlich und fair gewesen, zudem habe er bewundernswerten Einsatz gezeigt. Aber sein Einzelkämpfertum habe dazu geführt, dass er manche Dinge am Rat vorbei entschieden und seine Mitarbeiter demotiviert habe.
Volker Busse , Sprecher der SPD im Stadtrat, streicht Reeses Rolle beim Auftun von Fördertöpfen heraus. Damit seien Projekte wie die Westliche Entlastungsstraße, die Sanierungen von Kurpark, Süntelbuchenallee und Innenstadt sowie die Riepener Dorferneuerung finanziert worden. „Die Auswirkungen für Bad Nenndorf waren sehr gut.“
Auch Frank Steen (WGN) zollt Reese Anerkennung „für seine Initiativen zur Aufnahme Bad Nenndorfs sowohl in das Städtebauförderprogramm als auch in die „Leader“-Förderung für den Kurpark“. Andererseits habe Reese Durchsetzungswillen vermissen lassen, speziell bei der Umsetzung des Bürgerbegehrens für das Kurhaus, dessen Umsetzung bis heute stagniere.
Cornelia Jäger , Sprecherin der CDU-Fraktion im Stadtrat, schätzt an Reese, dass ihm stets an höflicher und diplomatischer Auseinandersetzung gelegen sei. Die umfangreichen Förderprogramme seien positiv für Bad Nenndorf, die Grundsteine aber bereits unter Vorgänger Wilfried Battermann gelegt worden. Vermisst hat Jäger bei Reese eine Vermittlerfunktion zwischen Rat und Verwaltung, aber auch zwischen Verwaltung und Bürgern. Gewerbetreibende und Anwohner hätten beispielsweise vor Straßensanierungen besser informiert werden müssen. gus

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