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Suthfeld Streit in Kreuzriehe droht: Sportheim für alle Vereine öffnen?
Schaumburg Nenndorf Suthfeld Streit in Kreuzriehe droht: Sportheim für alle Vereine öffnen?
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17:30 12.02.2019
Das Sportheim in Kreuzriehe soll mit Leben gefüllt werden – wie das genau funktionieren soll, ist derzeit strittig. Quelle: gus
Kreuzriehe

Eine intensive Diskussion ist um die Vorherrschaft im Kreuzrieher Sportheim aufgekommen. Im Suthfelder Jugend- und Sozialausschuss wurde die Idee entworfen, dort auch andere Vereine unentgeltlich Veranstaltungen abhalten lassen zu können. Beim TuS Kreuzriehe-Helsinghausen, der derzeit Hauptnutzer ist, regt sich Argwohn.

Das sagt Bürgermeisterin Hösl zur Kritik an den Plänen

Grundsätzlich ist geplant, dass die Gemeinde Suthfeld die Reinigungskosten für das Gebäude übernimmt. Zu ändern wäre dann aber auch die Regelung, wonach der TuS anderen Vereinen Nutzungsentgelte in Rechnung stellt, wenn diese das Sportheim buchen. CDU-Ratsherr Thorsten Koch regte an, in dem Zuge auch gleich die Theke so umbauen, dass man dort „ordentlich Bier zapfen“ kann.

„Was hat die Gemeinde denn vor? Soll das Sportheim zum Dorfgemeinschaftshaus werden?“, fragte Manfred Menzel, der als TuS-Vorsitzender Mitglied des Ausschusses ist. Bürgermeisterin Katrin Hösl (SPD) und Ausschussvorsitzender Daniel Hilbig (CDU) betonten, es gehe darum, das Gebäude mit Leben zu füllen.

„Wir wollen niemandem etwas Böses“, sagte Hösl. Aber die Gemeinde sei Eigentümer des Gebäudes und damit für solche Überlegungen zuständig. Sie schlug einen Arbeitskreis mit Vereinsvertretern und Politikern vor, was Hilbig für eine gute Idee hielt.

Streitthema: Sitzung muss unterbrochen werden

Koch hatte zuvor angedeutet, dass das Haus der gesamten Dorfgemeinschaft zur Verfügung gestellt werden könnte. Dies ist offenbar aber nicht im Interesse des TuS, der dort bisher die Fäden in der Hand hielt. Sollten die Reinigungskosten auf die Gemeinde übertragen werden, dürfte sich an dieser Stellung des Vereins etwas ändern.

Menzel betonte: Grundsätzlich steht es jedem Verein frei, die Räume am Sportgelände zu nutzen. Laut Hösl kostet dies 50 Euro. Und wenn kleine Gruppen, etwa das DRK, für Veranstaltungen wie ein Flüchtlingscafé jedes mal diese Summe zu zahlen haben, sei das viel Geld. Nach ihren Informationen räumen die Nutzer stets gut auf und machen auch die Küche sauber.

Diese Debatte war in ähnlicher Form auch bereits bei der Jahresversammlung des TuS aufgekommen. Jugendausschussvorsitzender Hilbig kürzte den Exkurs in dem Gremium nach vorübergehender Sitzungsunterbrechung ab und verwies auf die zu schaffende Arbeitsgruppe.

Charme der sechziger Jahre

Das Sportheim ist das Zentrum des Ortslebens in Kreuzriehe. Das Gebäude hat sowohl äußerlich als auch im Inneren den Charme der sechziger Jahre. Stühle, Lampen und Vorhänge sollten aus Sicht der Gemeinde Suthfeld dringend ausgetauscht werden. Auch Wände, Decke und Fußboden haben ihre besten Tage längst hinter sich.

Das Gesamtpaket an nötigen Arbeiten dürfte aber auch Suthfeld vor arge finanzielle Probleme stellen. Was eine Gesamtsanierung kosten würde, ist derzeit allerdings völlig offen.

von Guido Scholl