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Zähes Ringen um den Abriss

Ehemaliges Gasthaus Hattendorf Zähes Ringen um den Abriss

Der Abriss des ehemaligen Gasthauses Hattendorf ist längst zum prominent gelegenen Schandfleck für die Gemeinde mutiert. Jetzt kommt heraus: Ein Streit zwischen General- und Subunternehmer ist für die Verzögerung verantwortlich. 

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Die Ruine an der Bundesstraße soll bald verschwinden – doch das wird den Kreuzriehern schon seit Monaten versprochen.

Quelle: JS

SUTHFELD. Wie Grundstückseigentümer Tarek Maskun den SN mitteilte, hat er bereits Ende des vergangenen Jahres einen Generalunternehmer, die Deutsche Bau- und Wohnwelten AG, damit beauftragt, den Abriss zu koordinieren. Immobilienmakler Sebastian Fesser, der die Vertriebsleitung der AG für Hannover macht, vergab den Auftrag für den Abriss an die H.-H. Peckmann UG aus Ronnenberg – und damit begann ein Zwist, in dem nun Aussage gegen Aussage steht.

Fesser erhebt schwere Vorwürfe gegen Hans-Hermann Peckmann, Geschäftsführer der beauftragen UG. „Es ist eine Vollkatastrophe, was die da zu verantworteten haben“, sagt der Immobilienmakler. Fesser spricht von einer „Larifari-Einstellung“. Trotz Abschlagzahlungen sei nicht gearbeitet worden.

Unstimmigkeiten mit Nachfolgerfirma

Dass die Gemeinde vor wenigen Tagen selbst für die Absicherung des Geländes mit einem Bauzaun gesorgt hat, lastet Fesser ebenfalls Peckmann an, habe dieser den Zaun nach seiner Aussage doch nicht mehr bezahlen wollen oder können. Nachdem der Kontrakt mit Peckmann gekündigt worden sei, gab es mit der Nachfolgerfirma ebenfalls Unstimmigkeiten. „Und in der Kürze der Zeit konnten wir keinen anderen Zaunaufsteller finden“, so der Immobilienmakler. Peckmann habe dort sogar Bauschutt eines anderen Abrisses in Kreuzriehe gelagert, der immer noch auf dem ehemaligen Hattendorf-Areal liege.

„Das macht doch überhaupt keinen Sinn“, sagt wiederum der beschuldigte Bauunternehmer. „Ich fahre doch nicht aus Langeweile 500 Tonnen Schutt durch die Gegend“, entrüstet sich Peckmann. Vielmehr habe er den Auftrag von Fesser bekommen, den Bauschutt dort abzulagern, um den Keller des Geländes aufzuschütten. „Aber wenn man kein Geld bekommt, läuft eben alles schief“, erklärt der Bauunternehmer.

Bereits am 30. Oktober 2016 haben sich Fesser und Peckmann über den Vertrag zum Abriss geeinigt. Bevor die Arbeiten beginnen konnten, musste die Ruine noch von Altlasten befreit werden. Ihm versprochenes Altmetall sei dabei ebenfalls abgetragen worden, so Peckmann.

Doch der Bauunternehmer habe sich davon nach eigener Schilderung nicht verärgern lassen, sondern losgelegt. Die erste Abschlagzahlung in Höhe von 5000 Euro sei schnell aufgebraucht gewesen. Unter anderem mussten erst Versorgungsleitungen der Westfalen Weser Netz entfernt werden. Anfang Februar stellte Peckmann eine weitere Abschlagsrechnung, um die Arbeit fortsetzen zu können. Seitdem herrsche Ruhe auf der Baustelle, bis heute warte er auf das Geld für den zweiten Abschlag.

Auseinandersetzung wird wohl vor Gericht landen

Aus „Gutmütigkeit“ will Peckmann von Mahnungen abgesehen und gewartet haben. Bis der Vertrag in der vergangenen Woche von Fesser gekündigt wurde. „Das Abholen des Zauns hat wohl alle wachgeküsst“, mutmaßt Peckmann, der sich die Sicherung von einem befreundeten Bauunternehmer geliehen hat. Der Bauunternehmer glaubt, dass er keinen weiteren Cent gesehen hätte, wenn er die Arbeiten fortgesetzt hätte. „Deswegen habe ich die Baustelle bewusst so laufen lassen“, so Peckmann.

Die Auseinandersetzung wird wohl vor Gericht landen. Für Maskun zählt allerdings nur, dass endlich die Ruine verschwindet. „Ich bin mit den Nerven am Ende“, sagt er. Ein Unternehmen aus Berlin soll sich jetzt um das Abholen des Schutts kümmern. Fesser verspricht, dass in zwei bis drei Wochen nichts mehr vom ehemaligen Gasthaus übrig ist.  js

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