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Carina Kühne hat's geschafft

Schulabschluss mit Down-Syndrom Carina Kühne hat's geschafft

Ein Schulabschluss mit Down-Syndrom? „Das geht“, sagt Carina Kühne, „auch wenn der Weg dahin nicht so ganz einfach war“.

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Carina Kühne

Quelle: kil

Lauenhagen. Ihre Erfolgsgeschichte hat die 31-Jährige im Lauenhäger Bauernhaus erzählt. Eingeladen hatte ein Elternkreis von Kindern mit Down-Syndrom, um Mut zu machen, sich für die Bildungschancen der Kinder einzusetzen. Denn die sind verbunden mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung (GE) nicht so rosig, wie deutlich wurde.

 Die Geschichte von Kühne ist außergewöhnlich. Heute ist die junge Frau Schauspielerin, war Hauptdarstellerin im Kinofilm „Be my Baby“. Doch der Weg dahin war steinig. Schon in der Vorschulzeit habe sie sich gut entwickelt. Und in der ersten Zeit auf der Regelschule fühlte sie sich wohl. „Ich gehörte dazu.“ Dann bekam sie eine Lehrerin, die ihr das Leben schwer machte. Obwohl die Schülerin schnell Lesen und Schreiben lernte, sei die Lehrerin der Meinung gewesen: „Du kannst das ja gar nicht können.“ Sie sollte nur noch Druckschrift schreiben, durfte nicht am Fahrradtraining teilnehmen und musste täglich den Satz schreiben: „Heute ist Montag, der erste Tag der Woche. Heute ist Dienstag,...“, erinnert sich Kühne. Dennoch gaben sie und ihre Mutter nicht auf. Mit dem Rektorenwechsel kamen wieder bessere Zeiten, später nochmals der Kampf, in die Sekundarstufe 2 zu dürfen. Schließlich hieß es: „Endlich geschafft.“ Stolz zeigte Kühne einen Film, der die Übergabe ihres Hauptschulabschlusses zeigte. Mit einem Notendurchschnitt von 2,3 hat sie es geschafft.

 

 „Zu glauben, dass könnten alle unsere Kinder schaffen, wäre anmaßend“, gab Carla Eickmann aus dem Elternkreis offen zu. Die Geschichte zeige aber, dass es möglich sei. Und darum dürften die Schulstrukturen nicht so starr sein, kritisiert Eickmann diese „Lücke in der Inklusion“. Zum Einen sei Down-Syndrom leider kein Kriterium für eine spätere Einschulung. Dabei lernten die Kinder nunmal alles später. Zum anderen sei der Lehrplan noch aus 2007, für Inkklusion sei das „Steinzeit“. Dieser sehe nicht vor, dass Kinder mit GE annähernd das lernen können, was die anderen Kinder lernen. Eickmann sei sich bewusst, dass das Thema eine Nische bilde und sich der Lehrplan nicht so schnell neu schreiben lasse. Der Elternkreis hält aber ein Modellprojekt für möglich, sagte Eickmann auch in Richtung der Politiker, die ins Bauernhaus gekommen waren. kil

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