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Lauenhäger fällt aus Balkontür

Verfahren gegen Geldbuße eingestellt Lauenhäger fällt aus Balkontür

Für einen 34-Jährigen ist ein Albtraum wahr geworden: Während einer privaten Feier in Lauenhagen wollte er auf den Balkon im ersten Stock, trat jedoch ins Leere, stürzte mehr als drei Meter tief in die Dunkelheit und prallte auf den gepflasterten Hof. Der Balkon war bei Bauarbeiten abgerissen worden. Ein fröhlicher Tag im August 2014, der mit dem Erntefest in Nordsehl begonnen hatte, endete jäh.

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Lauenhagen/Stadthagen. Rund 16 Monate nach dem verhängnisvollen Sturz hat die Sache jetzt das Amtsgericht in Stadthagen beschäftigt. Es ging um fahrlässige Körperverletzung. Angeklagt war der Wohnungsinhaber. Zu einem Urteil kam es nicht.Richter Lukas Veith stellte das Verfahren mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft vorläufig ein, allerdings gegen eine Geldbuße von 2000 Euro. Bestraft ist der Angeklagte damit nicht.

Ungeklärt bleibt die Schuldfrage, vermutlich wiegt die Schuld aber nicht allzu schwer. Vorausgegangen war der Entscheidung eine stundenlange Beweisaufnahme mit insgesamt sechs Zeugen.
Ein Ergebnis der Zeugenbefragung: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Wohnungsinhaber seine Gäste an jenem Abend auf das Fehlen des Balkons hingewiesen hat. Mehrere Zeugen sagten aus, dass auf Weisung des Gastgebers am geöffneten Küchenfenster geraucht werden musste. Darüber hinaus hätte der Hausherr die Balkontür jedoch nicht nur schließen, sondern wohl auch verriegeln müssen.

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte beim Opfer. „Du weißt, dass ich Dir nie etwas Böses wollte“, sagte er. „Was passiert ist, bereue ich zutiefst.“ Im Leben des Opfers ist seit dem tragischen Unfall fast nichts mehr wie früher, der Leidensweg geht weiter. Durch den Sturz hatte der Ingenieur unter anderem ein Schädel-Hirn-Trauma und mehrere Rippenbrüche erlitten.
Alkohol hatten wohl alle getrunken an dem Tag, schließlich war Erntefest, die Stimmung ausgelassen. Nach der gemeinsamen Teilnahme am Umzug wollte die Gruppe in der Wohnung noch ein wenig feiern und hatte Pizza bestellt.

Der 34-Jährige versichert, es zum Abend hin bei Malzbier belassen zu haben, weil er am nächsten Tag arbeiten musste und dazu einen klaren Kopf brauchte. Auf den Balkon habe er gehen wollen, um zu gucken, ob es regne.

Nach dem Sturz lag der Lauenhäger anfangs auf der Intensivstation, bevor er auf die Normalstation kam. Dem Aufenthalt im Krankenhaus folgte eine sechswöchige Reha, 2015 eine weitere, diesmal über zwei Monate. Bis heute ist der 34-Jährige, früher ein sportlicher Typ, gesundheitlich stark beeinträchtigt. Autofahren darf er noch immer nicht. Nach langer Zwangspause hat der Ingenieur erst kürzlich wieder angefangen zu arbeiten, zunächst durch stufenweise Wiedereingliederung.

Sobald der Angeklagte die Geldbuße bezahlt hat, wird das Strafverfahren endgültig eingestellt. Juristisch aufgearbeitet ist die Sache damit möglicherweise noch nicht. In einem Zivilprozess könnte das Opfer Schmerzensgeld verlangen. Bisher haben die Anwälte noch keine Klage eingereicht. Ob dies geschieht, hängt vermutlich davon ab, ob die Versicherung zahlt.   ly

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