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Plattdeutscher Tag lockt zahlreiche Besucher

Weg vom Dorftrottel-Image Plattdeutscher Tag lockt zahlreiche Besucher

Der Plattdeutsche Tag rund um das Lauenhäger Bauernhaus hat zahlreiche Besucher nach Hülshagen gelockt, die herzhaft über plattdeutsche Witze lachten, sich Bottermelksanballerße und Bratwurst schmecken ließen, Trachtentänze bewunderten und Blasmusik lauschten.

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Die deftigen Witze sorgen für herzhaftes Gelächter auf dem Gelände des Lauenhäger Bauernhauses.

Quelle: ber

Hülshagen. Zum Auftakt hatte Pastor Hartmut Ahrens, Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Platt“ der Schaumburger Landschaft, einen Open-Air-Gottesdienst geleitet – auf Platt natürlich. „Wir haben dafür bekannte Lieder aus dem Gesangbuch übersetzt“, berichtet der Pastor von den Vorbereitungen. Auch die Predigt verlangte ihm einiges ab. „Im Plattdeutschen gibt es keine abstrakten Begriffe, alles ist bildhaft beschrieben. Das musste ich auch in meiner Ansprache berücksichtigen und dementsprechend an meinem Text feilen“, erzählte Ahrens.
In bildhafter Sprache trug auch Hans-Heinrich Reker seine Witze vor, der sich den Umstand zunutze machte, „dass auf Platt auch deftige Zoten charmant rüberkommen. Das macht eine solche Veranstaltung so gemütlich“, wie Moderator Henning Dormann betonte. Dormann ist ebenfalls Mitglied der Platt-AG und gibt zudem Plattdeutschkurse an der Volkshochschule.
„Der Bedarf ist da. Jetzt, wo die Älteren wegsterben, wird das Bewusstsein wieder schärfer, dass die Sprache aussterben könnte“, meint Dormann. „Gerade in Zeiten der fortschreitenden Globalisierung besinnen sich viele Menschen auf die lokalen Eigenheiten ihrer Heimat. Jeder Mensch braucht einen Standort, sonst ist man nur auf der Flucht.“
Dabei sei es in der Nachkriegszeit verpönt gewesen, in der Schule Plattdeutsch zu sprechen, „denn dann war man der Trottel vom Dorf“, wie Ahrens und Dormann unisono erklären.
Dass Plattdeutsch sich heute wieder zu einer jugendlichen Trendsprache entwickelt, scheint aber übertrieben. Dirk Wüstenfeld und Kevin Mensching, die sich mit Lindhorster Tracht am Lauenhäger Bauernhaus treffen, können zwar Platt verstehen. Aber die Ambitionen der 20-Jährigen, die Sprache zu sprechen, halten sich in Grenzen: „Das wär schon ganz cool, denn Platt ist schön anzuhören. Aber es zu lernen, ist eine andere Frage.“

ber

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