Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Lauenhagen Polizei ermittelt Schützen
Schaumburg Niedernwöhren Lauenhagen Polizei ermittelt Schützen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:32 22.10.2018
Erfolgreiche Ermittler: Die Polizei hat den Schützen, der im Juli einen Familienvater in Lauenhagen angeschossen haben soll, ausfindig gemacht. Quelle: Symbolbild: dpa
Lauenhagen

Wie berichtet, war am 17. Juli ein 31 Jahre alter Familienvater mit seinen drei Kindern auf dem Feldweg in der Verlängerung der Straße Westerfeld unterwegs, als er plötzlich einen Schlag gegen den Kopf spürte und zu Boden ging. Ein Mediziner am Klinikum in Vehlen stellte in der Wunde Blei fest und brachte die Ermittlungen in Gang. Seitdem arbeiteten die Polizei in Stadthagen und die Staatsanwaltschaft auf Hochtouren.

Eine Ermittlungsgruppe mit acht Beamten sowie Unterstützer aus weiteren Abteilungen beschäftigten sich mit dem ominösen Fall. „Wir konnten ja nicht ausschließen, dass ein Irrer mit einer Waffe rumläuft und wahrlos umherschießt“, blickt Polizeisprecher Axel Bergmann auf den Anfang der Ermittlungen zurück. Auch die Lauenhäger seien mehr als verunsichert gewesen.

Großangelegte Suchaktion

Großangelegte Suchaktionen im Bereich des Feldes führten zu keinen neuen Erkenntnissen. Immerhin glich die Suche nach einem möglichen Geschossteil auf diesem unübersichtlichen Areal der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Der Einsatz eines Metalldetektors brachte ebenfalls nichts, wie Jörg Stuchlik, Leiter des Kriminalermittlungsdienstes, erläutert.

Glücklicherweise meldeten sich zwei sogenannte Sondengänger auf der Dienststelle und boten ihre Hilfe an. Ausgestattet mit sensibleren Geräten kam der erste große Durchbruch. Das Duo aus Schaumburg fand tatsächlich ein Projektil. Experten beim Landeskriminalamt (LKA) konnten die DNA des 31-Jährigen an besagtem Geschoss feststellen. Bei dem Fund handelte es sich um den gesuchten Gegenstand.

Weitere Untersuchungen des Projektils beim LKA führten zum Munitionstyp, einer 22er Magnum. Da in Schaumburg drei Waffen gemeldet sind, die diese Patronen abfeuern können, und alle drei auf eine Person zugelassen sind, hatte die Polizei leichtes Spiel.

Schütze gesteht unter Beweisdruck

Bei einer Hausdurchsuchung sicherten die Beamten die Waffen. Umfangreiche Untersuchungen beim LKA und sogar dem Bundeskriminalamt ergaben: Aus einer der Waffen wurde die Patrone gefeuert, die den jungen Familienvater am Kopf getroffen hatte. Bei der Vernehmung reagierte der Schaumburger auf den Beweisdruck und gab zu, dass sich beim Hantieren mit der Waffe ein Schuss gelöst haben soll. Warum sich der Mann trotz der öffentlichen Suche nicht bei der Polizei gemeldet hat, bleibt wohl sein Geheimnis.

Die Akten liegen nun bei der Staatsanwaltschaft. Dort wird entschieden, wie es mit dem Fall weitergeht. Gleichzeitig muss der Landkreis als Waffenbehörde prüfen, ob der Mann geeignet ist, Waffen zu führen.

Polizei und Staatsanwaltschaft atmen derweil auf, diesen Vorfall aufgeklärt zu haben, der auch tödlich hätte enden können. „Es haben nur Zentimeter gefehlt, dann hätte es mindestens einen Toten gegeben“, betont Stuchlik. vin

Mehr zum Thema

Wer hat am Sonntag auf den 31-jährigen Jogger in Lauenhagen geschossen? Diese Frage treibt nicht nur die Polizei um, sondern auch die Lauenhäger. Die Sorge im Ort ist groß.

21.07.2018

Ein Unbekannter hat am Sonntagnachmittag auf einen Vater geschossen, der mit seinen drei Kindern in Lauenhagen unterwegs war. Er wurde schwer am Kopf verletzt. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.

18.07.2018
Lauenhagen Landeskriminalamt prüft Spuren - Nach Schuss: Ermittlungen laufen

Die Ermittlungen im Fall des Lauenhägers, der Mitte Juli angeschossen wurde, laufen noch. Wie die Polizei mitteilt, warten die Beamten noch auf die Auswertung der Spuren durch das Landeskriminalamt.

11.09.2018