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Polizeieinsatz gerät außer Kontrolle

Lauenhagen/Bückeburg / Vor Gericht Polizeieinsatz gerät außer Kontrolle

Ein verunglückter Polizeieinsatz in Lauenhagen hat gestern das Bückeburger Landgericht beschäftigt. Zwei Beamte waren einem Autofahrer bis auf dessen Grundstück gefolgt, hatten den mutmaßlichen Alkoholsünder dort mehrfach zu Fall gebracht, am Boden fixiert und schließlich mit zur Wache genommen. Dies vorab: Der Verdacht auf Trunkenheit im Verkehr bestätigte sich nicht.

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Quelle: dpa

Lauenhagen/Bückeburg (ly). Verurteilt hat die Berufungskammer den Lauenhäger gestern wegen Beleidigung zu 250 Euro Geldstrafe. Außerdem hatte dieser das Blaulicht des Streifenwagens nicht beachtet, eine Ordnungswidrigkeit, die mit 60 Euro Geldbuße sanktioniert wird. Aufgefallen war der 56-Jährige den Polizisten, weil er sein angeblich rotes Gesicht gegenüber der Streife verdeckt haben soll. Das reichte.
„Meinem Mandanten ist viel Leid zugefügt worden“, beklagt Verteidiger Ernst F. Blanke. „Wegen dieser Angelegenheit kann ich keine Nacht mehr schlafen“, sagt der Lauenhäger selbst. Vier Gerichte haben sich unterdessen mit dem Fall befasst. Über eine Entscheidung des Oberlandesgerichtes (OLG) Celle berichteten selbst überregionale Medien.
Fest steht auch für das OLG, dass beide Polizisten die Förmlichkeiten nicht eingehalten haben. Sie hätten den Lauenhäger belehren müssen, dass gegen ihn der Verdacht einer Straftat vorliegt, nämlich Trunkenheit im Verkehr. Weil die Beamten dies nicht getan haben, sondern gegenüber dem Mann lediglich von einer allgemeinen Verkehrskontrolle sprachen, war ihre Diensthandlung unrechtmäßig. Wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte konnte der 56-Jährige deshalb nicht bestraft werden, obwohl er sich auch körperlich zur Wehr gesetzt hatte.
Weil der Hausherr den Polizisten unterstellt hatte, dass diese „wohl nicht richtig ticken“, blieb von den Vorwürfen lediglich eine Beleidigung übrig. Strafrechtlich ist der Angeklagte bisher nicht in Erscheinung getreten. Punkte im Flensburger Verkehrsregister hat er ebenfalls nicht. Kein Geheimnis macht der 56-Jährige indes daraus, Vorbehalte gegenüber Polizisten zu haben – jetzt vermutlich umso mehr.

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