Menü
Schaumburger Nachrichten | Ihre Zeitung aus Schaumburg
Anmelden
Meerbeck 200 Jahre „Sölter’s Mühle“
Schaumburg Niedernwöhren Meerbeck 200 Jahre „Sölter’s Mühle“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 28.01.2017
Die Mühle steht schon seit Jahren still, heute ist das Unternehmen auf die Produktion von Tierfutter spezialisiert. Quelle: kil
Anzeige
MEERBECK

Der Familienbetrieb und wird in fünfter Generation von Sören (32) und Frederik (30) Sölter geführt. Während die Brüder in Kindertagen noch vor der Mühle standen und sich mit dem Verkauf von Colaflaschen an die Getreidebauern ein paar Mark verdient haben, leiten sie heute das Unternehmen.

Frederik Sölter kümmert sich überwiegend um den Außendienst und die Gewinnung von Kunden, sein älterer Bruder ist für die Buchhaltung verantwortlich. Und auch der Vater Wilhelm Sölter kann sich noch nicht ganz von der Arbeit trennen und steht seinen Söhnen mit seiner Erfahrung als Berater zur Seite. „Bei den Getreidepreisen an der Börse hat er das bessere Gefühl“, sagt Sören Sölter über seinen Vater und gelernten Müller. Denn die Preise muss das Unternehmen natürlich immer im Blick haben. „Die Globalisierung lässt eben auch so kleine Unternehmen wie uns nicht in Frieden“, ergänzt der 30-Jährige.

„Sölter’s Mühle“ beschäftigt insgesamt 13 Mitarbeiter und vertreibt ihre Produkte von Kiel bis Nordhessen, von Berlin bis zur niederländischen Grenze. „Wir haben nur Kunden, die wir mit unseren eigenen Fahrzeugen erreichen können“, erzählt Sören Sölter.

Produziert werden hauptsächlich Pferde-, Hühner- und Wildvogelfutter. Die Konkurrenz sei groß, allein in Norddeutschland gebe es zwei Hände voll Futterproduzenten. Wodurch sich Sölters auszeichnen: „Wir produzieren zu rund 80 Prozent für andere Unternehmen“, die das Futter dann unter ihrem eigenen Namen an Hobbyfarmer verkaufen. „Private Labeling“ nennt sich das. „Darum findet man den Namen Sölter auch selten auf Produkten“, so die Brüder. Und das Konzept scheint aufzugehen. In den vergangenen dreieinhalb Jahren, in denen die jungen Nachfolger das Geschäft leiten, haben sie ihre Tonnage steigern können. Aber dafür ist auch viel Arbeit nötig. „Eine 50- bis 60-Stunden-Woche ist nicht ungewöhnlich“, sagt Sören Sölter.

Sein Getreide wie Weizen, Mais und Gerste bezieht der Betrieb aus der Region, nur Produkte wie Erdnüsse oder Sonnenblumenkerne kaufen sie innerhalb Europas ein.

Um auf dem Markt auch als kleine Firma bestehen zu können, sagt Frederik Sölter, „muss man sich immer wieder neu erfinden“ – und offen für neue Ideen bleiben. Nach Einschätzung der Brüder werde der Bestand an Hobbyfarmern besonders in der Hühnerzucht stagnieren. Stattdessen wachse der Markt für Vogelwildfutter an. „Dort wollen wir investieren“, sagt der 32-Jährige.

Immer mehr an Bedeutung gewinnt nach Angaben der Brüder auch der Online-Shop, den die beiden vor fünf Jahren aufgebaut haben. Über diese Plattform verkaufen sie ausgewählte Futtersorten – Biofutter an private Kunden. Auch ausgefallene Wünsche wie Getreide, das bei Vollmond geerntet wurde, hat „Sölter‘s Mühle“ schon erfüllt,“ schmunzeln die Brüder. In diesem Bereich sei der Umsatz jedes Jahr stark gewachsen. Gut möglich, dass der Online-Shop weiter ausgebaut wird.

In Zukunft wollen Sölters auch Fachkräfte selbst ausbilden. Die nötige Qualifikation dafür hat Sören Sölter vor einem Jahr erworben. „Wir wollen damit zeigen: Auch auf dem Dorf geht noch was.“ kil

Anzeige