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Blutiger Himmelfahrtstag

22-Jähriger wehrt sich gegen Urteil Blutiger Himmelfahrtstag

Ein Blutiger Himmelfahrtstag – und das seit Jahren: Erneut beschäftigt eine Schlägerei in Bad Hiddenserborn die Justiz. Vor der Berufungskammer am Bückeburger Landgericht wehrt sich ein 22-Jähriger aus Nordsehl gegen ein erstinstanzliches Urteil, wonach er wegen vorsätzlicher Körperverletzung zwei Freizeitarreste verbüßen muss, jeweils übers Wochenende.

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Meerbeck/Bückeburg.. In den kargen Arrestzellen herrscht gähnende Langeweile. Von hinten soll der mutmaßliche Schläger an jenem 17. Mai 2012 einen anderen Mann angegriffen und gegen den Kopf geschlagen haben. Das Opfer erlitt blutige Schürfwunden im Gesicht, möglicherweise beim Sturz auf den geschotterten Weg. So oder so: „Für mich war das Licht aus“, erinnert sich der 27-Jährige, ein Handwerker aus Reinsen, kräftiger Typ. Dass beide Männer am sogenannten Vatertag angetrunken waren, ist keine Überraschung. „Wenn Leute trinken, werden manche halt etwas aggressiver“, hat eine Zeugin (19) festgestellt. Zuvor soll es bereits nahe der überfüllten Toilette zu einer Auseinandersetzung gekommen sein – diesmal mit dem 22-Jährigen als Verlierer.

Die Tat schildert der Angeklagte in einem entscheidenden Punkt anders. Er will den Handwerker nicht von hinten angegriffen, sondern mit diesem wegen eines vorausgegangenen Streites von Angesicht zu Angesicht gesprochen haben, bevor die Situation vollends eskalierte. Angeblich hatte der 22-Jährige Angst und wollte seinem Gegenüber mit dem Schlag zuvorkommen. „Er machte eine Bewegung nach hinten. Ich habe gedacht, er will mich schlagen“, erklärt der Angeklagte und fügt hinzu: „Da hat er die Faust schon sitzen gehabt. Ich bedaure das.“

Dass er anschließend vor der Polizei weggelaufen sei, gibt der junge Mann „offen und ehrlich“ zu. Die Flucht könnte damit zusammenhängen, dass bereits 2011 gegen ihn ermittelt worden war – wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Die Tat, um die es jetzt geht, liegt zweieinhalb Jahre zurück und damit ebenfalls recht lange. Deshalb gestaltet sich die Beweisaufnahme schwierig.

Richterin Eike Höcker, Vorsitzende der 5. Kleinen Jugendkammer, hat zunächst neun Zeugen geladen und einen Teil bereits vernommen. Das Urteil wird für Anfang Januar erwartetet. Im Prozess geht es auch um 500 Euro, die der Angeklagte zur Wiedergutmachung des Schadens zahlen soll.

Parallel zu dieser Hauptverhandlung läuft ein Strafverfahren vor dem Amtsgericht in Stadthagen, in dem es um weit schlimmere Verletzungen geht. Mehrere Männer sollen einen Praktikanten (24), der nur Gläserkästen einsammeln wollte, am Himmelfahrtstag 2013 so verprügelt haben, dass das Opfer eine Hirnblutung erlitt und bis heute an den körperlichen Folgen laboriert. In einem Zivilverfahren vor dem Landgericht verlangt das Opfer überdies 30 000 Euro Schmerzensgeld.  ly

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