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Frauen-Liebe endet vor Gericht

Meerbeck/Stadthagen / Prozess Frauen-Liebe endet vor Gericht

Am Anfang ist es Liebe. Es gibt Pläne für eine gemeinsame Zukunft, und auch ein Baby ist auf dem Weg – mittels künstlicher Befruchtung. Doch die Stimmung schlägt bei den beiden Frauen um.

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Quelle: dpa

Meerbeck/Stadthagen (par). Wegen schwerer Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Diebstahl hat sich eine der beiden in insgesamt neun Fällen vor dem Stadthäger Amtsgericht verantworten müssen. Das Urteil steht noch aus.

Die mutmaßliche Täterin, die vor wenigen Wochen ihren Frauenvornamen ablegen durfte und jetzt als Mann lebt, musste sich vom Staatsanwalt eine neun Punkte umfassende Anklageschrift anhören. Häufige Schläge, Tritte, das mehrmalige Drücken des Kopfes unter Wasser sowie das Ziehen durch Glasscherben musste die Nebenklägerin laut Anklage über sich ergehen lassen. Für die Bedrohung mit einem Küchenmesser, bei der die Worte „Ich bring dich um“ gefallen sein sollen sowie für das häufige Einsperren ins Schlafzimmer, muss sich der 32-Jährige ebenfalls verantworten.
Dieser verweigerte seine Aussage, während die Befragung des mutmaßlichen Opfers unter Ausschluss der Öffentlichkeit vollzogen wurde. „Der Schutz der Intimsphäre überwiegt. Es werden heute Details aus dem Sexualleben preisgegeben“, nannte Richter Kai-Oliver Stumpe als Begründung und kam damit dem Wunsch der Nebenklägerin nach.
Da die 25-Jährige die bislang einzige Zeugin in dem Prozess ist, wurde die Verhandlung nahezu komplett hinter verschlossener Tür ausgetragen. „Zu einem Urteil ist es deshalb noch nicht gekommen, weil der Angeklagte einen weiteren Zeugen genannt hat, der einen der Vorfälle beobachtet haben will und ihn entlasten könnte“, erklärte Richter Stumpe auf SN-Nachfrage den Vorgang.
Alle Fälle haben sich im Zeitraum zwischen September 2008 und Mai 2010 in Meerbeck zugetragen. Dass es so lange gedauert hat, bis es zu einer Anklage gekommen ist, führt Stumpe darauf zurück, dass das Glaubwürdigkeitsgutachten viel Zeit in Anspruch genommen hat.
Für den Richter ist es unterdessen der erste Fall, dass aus einer Angeklagten während eines laufenden Prozesses ein Angeklagter wird. „Solange eine Geschlechtsumwandlung nicht vollzogen ist, kommt eine Frau, die einen Männernamen trägt, noch immer in ein Frauengefängnis“, stellte Stumpe im Hinblick auf eine mögliche Verurteilung klar. Am 10. Januar kann nach Angaben des Gerichts mit einem Urteil gerechnet werden.

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